Licht und Farbe 2020

CORONA ... zum Trotz

Liebe Blogfreunde und und Kunstinteressierte ...

die jährliche Ausstellung "Licht und Farbe" in der großen Rheinhalle findet dieses Jahr statt ... so haben wir es trotz CORONA beschlossen. Gemeinsam ... 6 Aussteller ... gehen wir hier ein Wagnis oder eine Herausforderung ein, die für uns einmalig ist und mit der wir auch keinerlei Erfahrung haben.

Wir sind gespannt ...

 

Licht und Farbe 2020

17. UND 18. OKTOBER

Nach vielen Vorbereitungen, die diesmal über 1 Woche andauern ... ich möchte ja außer den Kunstbildern auch meine Hobbys vorstellen ... ist es dann am Samstag um 15:00 Uhr endlich soweit. Das Auto ist geladen und es ist alles reingezwängt, was rein sollte ... Mann-Oh-Mann ... das dann alles aufhängen und auf 8 Stellwänden versorgen. Mir wird schwummrig ... doch zuviel?

Wir sind an der Rheinhalle angekommen und mein Platz und wie die Wände aufgebaut sind ist "perfekt". Ausladen und die Kisten erstmal so verteilen, dass sie zu den vorgesehenen Stellwänden  passen ... während Karin noch den Rest holt beginne ich mit dem Aufbau. Ein unnötiger innerer Stress und eine große Anspannung ... Lampenfieber? ... hindern mich daran, eine klare und ruhige Struktur in die Arbeit zu bringen. "Wo kommt jetzt das wieder hin?" "Wo ist die Kiste mit ...?" "Warum habe ich nur stets die Uhr vor Augen? ... es ist doch egal, ob ich um 18:00 Uhr schon mit allem fertig bin!!! Es findet doch keine Vernissage statt!!! "Zieh die Bremse an ... sage ich mir!!!

Meine Frau bringt dann wieder Struktur und Ruhe in das "Kunstgeschehen" ... ich mache ab-und-zu eine Pause und gehe an die herrliche Luft, die sich uns heute gemeinsam mit Sonnenschein bietet. Kühl, aber gut!!! 

Kennt Ihr die Fabel von dem Holzfäller, der sich total unter Druck setzt, um eine große Menge Bäume zu fällen? Seine Axt wird stumpf, aber er kämpft verbissen weiter, bis ihm jemand sagt: "Du mußt Deine Axt schärfen, dann geht die Arbeit wieder besser von der Hand!" ... und der Holzfäller antwortet: "Ich habe keine Zeit, meine Axt zu schärfen!"

Jedenfalls ... wir sind gegen 17:20 Uhr fertig, weil meine Frau es mir abnimmt, eine Stellwand mit Bildern zu versehen. Danke dafür!!! Beide stellen wir fest, dass es beim nächsten Mal Optimierungsbedarf gibt ... auch schon in der Vorbereitung zB bei den Aufhängungen. Die sind so einfach nicht praktikabel. Ich beneide manche Kollegen, die nur 5-8 große Bilder aufhängen und das war es dann. Und ich muss 8 Stellwände "vollstopfen" mit Allem möglichen ... Gerd K. Diesing, das sollte anders werden!!! 2021!!!

Dann taucht kurz bevor wir zum Umziehen heimfahren wollen noch der BNN-Redaktuer auf ... Herr Werner, der mich auch schon mal wegen meines Museums "interviewt" hat und etwas "schwerfällig bzw langsam" ist. Ich erläutere ihm die Besonderheiten meiner diesjährigen Präsentationen und dann will er noch ein Gruppenbild machen ... Hallo!!! Ich bin noch in Jogginghose und T-Shirt!!! Meine Maske macht mir Segelohren und meine Haare stehen ab weil ich meine Mütze nicht auf habe. Er kennt aber kein Erbarmen und erwartet von der Künstlergruppe: "Ganz locker und entspannt ... so, als ob Ihr in einer Unterhaltung wärt!" Ein Foto ... und noch eins ... und noch ein paar ... irgendwann gibt er auf oder ist zufrieden, ich weiß es nicht. Auf den Artikel in den BNN bin ich jedenfalls gespannt!!! Und auf das Foto natürlich!!!

Endlich kann ich mit Karin, etwas verspätet, heim zum Umziehen. Am liebsten würde ich mich ins Bett legen ... aber die Kunst wartet und vielleicht auch die vielen Besucher, die mir meine Bilder aus den Händen reißen ... 18:05 Uhr sind wir wieder vor Ort, die LIVE-Musik spielt bereits und es hat tatsächlich schon einige KUNSTBEGEISTERTE. Der "Musikus", ein Kroate mit einer Superstimme und sehr gutem Gitarrenspiel sorgt für Stimmung und ein schönes musikalisches Ambiente. Er verbluest auch bekannte Titel, die man erst bei einigem hinhören erkennt ... alles in allem eine gute Wahl von Tatjana und Micha Treiber, den Orginasitoren. Als "Dejan Perica" ... so heißt der kroatische Sänger ... dann noch "Hallelujah" spielt muß ich mit meinem Leonard-Cohen-T-Shirt nach vorne und als er das sieht legt er sich mächtig ins Zeug und eine tolle Version dieses schon x-mal gecoverten Songs hin. Wir beide sind sehr zufrieden ... und das Publikum auch und vor allem lenkt es mich von meiner "Blues-Stimmung" ab und hebt meine Laune wieder. 

Leider findet keine Vernissage oder Eröffnung der Ausstellung statt ... mein verfasstes Gedicht kann ich also nicht vortragen. Vielleicht ergibt sich ja noch eine Gelegenheit ... wer weiß. Nach einem kurzen "Besucheransturm" ist zwischen 19:00 Uhr und 19:30 Uhr wirklich ganz tote Hose ... Gelegenheit, mal die anderen Künstler unter die Lupe zu nehmen. Besonders gefällt mir Jürgen König mit seiner Acryl-Spachteltechnik, der ein großes Bild von HAMBURG dabei hat. Es stellt sich heraus, dass Hamburg unser beider Lieblingsstadt ist. Gekonnt hat er die wichtigsten Highlights der Stadt ... Speicherstadt, Michel, Elbphilarmonie, die Landungsbrücken mit der "Cap San Diego" ins Bild gesetzt. Das Bild ist aber eine Auftragsarbeit und kostet 1.310 €. Aber ich kann ja gar nicht in Versuchung kommen ... der Preis, der Auftrag und die Größe ... uff!!! Gott-sei-Dank!!!

Die letzten 30 Minuten quäle ich mich halt noch durch, aber ... 20:00 Uhr ist es vorerst vorbei, heim, entspannen und früh ins Bett.

Gute Nacht!!!

Sonntag, 18. Oktober

Heute bin ich gut drauf ... Karin holt frische Brötchen und ein gutes Frühstück hebt die Laune nochmal ein Stück ... der "Blues" ist weg. Heute gehen noch einige "Restdinge" mit zur Ausstellung ... meine Kameras für die Präsentation von "Filmemacher GKD", ein vergessenes RIZZI-Bild, das in der Küche hängt und dort vergessen wurde, ein wichtiges 3-D, da es RIZZI`s "Hamburg und New-Yorck"-Verbindung darstellt. Eigentlich ein großes Poster von 60 x 70 cm ... von mir auf DIN A-4 Größe abfotografiert und dann zu einem 3-D-Kunstwerk gestaltet ... schwierig, da die Reduzierung der Größe natürlich alle Elemente stark verkleinert und die Bearbeitung nicht gerade vereinfacht. Aber es ist ein gelungenes Werk und ... unverkäuflich!!!

10:50 Uhr ... wir sind wieder in der Rheinhalle und bauen den Rest auf, ergänzen noch einige Werke und kümmern uns um die Details. Irgendwann bin ich zufrieden mit der Gestaltung ... es ist doch eine "Mordsecke" geworden mit 8 Stellwänden und 3 Tischen. Erstmal den mitgebrachten Kaffee trinken und draußen einige Züge einer guten Zigarre nehmen ... die Besucher können kommen und alles bestaunen ... und kaufen??? ... Naja, das steht auf einem anderen Blatt.

Meine Ecke kommt gut an und auch die Idee, CORONA mit einzubeziehen erweist sich als gelungen ... zumindest sorgt es für etliche Lacher und anerkennende Blicke. In der nächsten Stunde "verkaufe" ich 3 Visitenkarten und Marie, eine Mit-Künstlerin aus Prag interessiert sich für mein Bild "LEBENSFREUDE", das ich als 3-D-Bildkartonage aufgrund eines eigenen Fotos auf der Karlsbrücke von einer Musikgruppe gemacht habe. Sie schleicht immer wieder um das Bild herum ... 75 € soll es kosten ... kann sich aber noch nicht entscheiden. Telefonisch holt sie ihren Mann herbei, der das Werk auch begutachten soll ... das war, für mich, ein Fehler ... denn ich glaube, er nimmt ihr das große Interesse. Ist der Kauf damit erledigt??? Mal sehen.

In Pausen draußen bekomme ich auch einige "Verschwörungstheorien" über COVID-19 und dessen Ursache mit ... einer glaubt zu wissen, dass hier kein Virus sondern ein entfleuchter Kampfstoff vorliegt und die ganzen Maßnahmen weltweit nur der Vertuschung dienen. Bloß nicht in solche Gespräche einmischen und abdrehen ... das ist vernünftig!!! ... denn solchen Leuten kann man Ihre feste Meinung nicht nehmen. Außerdem befinden wir uns auf einer Kunstausstellung, nicht bei einem Diskussionsforum über CORONA.

Ab 15:00 Uhr spielt Alex Nagel auf seinem E-Piano instrumental auf. Schöne Hintergrundmusik ... auch bekannte Titel hat er gut verjazzt ... aber er kommt nicht an die Aura von Dejan Perica, dem Kroaten vom Vortag heran ... schade, auch weil er bereits um 16:30 Uhr schon wieder einpackt. Dafür bekomme ich heute Besuch von Vera und Christiane, die mir meine auf Leinwand gedruckte Auftragsarbeit für ihren Sohn zeigt ... 40 x 60 cm und gut geworden. Sie ist sehr zufrieden und ich bin es natürlich auch, denn es war eine außergewöhnliche Idee von mir. Bei einem guten Kaffee vom Getränkeausschank halten wir draußen ein Schwätzchen in der Sonne, die sich heute wohlwollend zeigt. Leider gibt es keinen Kuchen ... schade.

Aber meine Frau bringt pünktlich um 13:45 Uhr Pizzen vorbei ... natürlich von MEDITA, unserem Lieblings-Restaurant in Leopoldshafen. Wir genießen Pizza MEDITA und Pizza TONNO in der Sonne, einen guten Kaffee dazu ... und als Nachtisch eine Zigarre ... eine sehr gesunde Mischung!!! Viele schauen uns neidisch zu ... "Nein ... wir geben nix ab, Sie können noch so lieb schauen!!!"

Da fällt mir ein ... wie es wohl den anderen Veranstaltungen, die heute parallel stattfinden, geht ... KerWe in Eggenstein und die Diakonie lädt zu Kaffee und Kuchen ein. Ob da wohl der Eine dem Anderen die Besucher "klaut"??? Wäre interessant über eine Statistik darüber zu erfahren!!!

Dann tauchen auch noch unsere unmittelbaren Nachbarn auf ... nette Leute, die aber wahrscheinlich nur mir zuliebe gekommen sind ... ein Schwätzchen draußen scheint Ihnen auch lieber zu sein ... die Kunst wird eher im Schnelldurchgang besichtigt. Naja ... schon "Konrad Adenauer" hat gesagt: "Nehmen Se de Menschen wie se sind ... es jibbt keine anderen!!!" ... wie wahr. Aber heute bin ich gut gelaunt, ohne Verkaufs-Erwartungs-Gefühle, und genieße das Ambiente.

Als Besuch taucht dann auch noch Petra auf, eine Freundin von Karin, trotz ihrer Verletzungen aufgrund eines kürzlichen Sturzes ... anerkennenswert. Ebenfalls bei einem guten Kaffee plauschen die beiden eine ganze Weile, ehe sich Petra auch mal meiner "Ecke" zuwendet. Siehe "Konrad Adenauer" ...

Zwischen 15:30 und 17:00 Uhr füllt die Halle sich zwar nicht, aber ich muss doch schauen, dass ich in der Nähe meiner Kunstecke herumschleiche, da sich doch immer wieder Paare meine Werke und Informationen anschauen. Das sorgt auf jeden Fall für Bewegung bei mir ... zwischen draußen und drinnen ... auch nicht schlecht. Und dann ... geschieht es ... Tatjana kommt auf mich zu und möchte mein 3-D-Bild "LIKE TO FLY" kaufen. Das ist eine eher kleine Arbeit, aber gerade dadurch mit vielen Details und sehr kleinen Elementen bestückt. Hier trägt eine fliegende Schildkröte eine Stadt mit Türmchen, Häusern und Menschen auf ihrem Rücken. Das ist schon 95 € wert und das findet auch Tatjana. Unter Abzug der 35 € heute für die Standgebühr verbleiben zunächst mal 60 € ... ist doch was und wieder ein kleiner Beitrag für die Urlaubskasse. Dachte ich ... doch Karin kauft sich ein bemaltes "ZEBRA-T-Shirt" für 35 € und das schenke ich ihr für ihre Arbeit. Verbleiben 25 € für die Urlaubskasse ... auch gut!!! Getränkeausgaben auch noch abgezogen ... bleiben 10 €!

Ab 17:00 Uhr ist dann wirklich nichts mehr los und ich genieße ein nettes "Künstlergespräch" mit Jürgen König, dem Acryl-Spachtler, draußen bei einem Gläschen Rotwein. Der hat im Nachbarort in einem Fachwerkhaus eine Dauerausstellung und eine Werkstatt bzw. ein Atelier und ich denke mal, dass ich ihn dort bei Gelegenheit besuchen werde. Mittlwerweile ist es 17:30 Uhr ...

... und die ersten beginnen einzupacken ... auch ich räume schon mal die nicht mehr wichtigen Dinge beiseite. Um 17:50 Uhr will Karin wieder da sein, zum endgültigen Abräumen. Das geht dann eigentlich recht schnell und bald sind alle Stellwände wieder frei, die Kisten gefüllt und bald auch das Auto voll.

18:45 Uhr ... wir sind daheim und bald ist ausgeladen ... noch nicht aufgeräumt, das heben wir uns für morgen auf. Ein guter Film zur Entspannung, der Rest von der Pizza und ein Glas Wein ...

... und dann ins Bett. Es war ein anstrengendes Wochenende.

Wieder eine "Schlacht" ist geschlagen bzw. ein EVENT vorbei und ich bin zufrieden ... 

Euer

Gerd K.

- siehe auch Dia-Show -