Unser 33-ter Hochzeitstag bei "Weiß" ...

Liebe Blogseitenfreunde und Lang-Verheiratete ...

Nun ist er auch schon wieder vorbei … unser 33. Hochzeitstag, am 12. September 2020. Und natürlich begehen wir ihn dort, wo wir 1987 gefeiert haben … im „Restaurant Weiß“ in Kürnbach dem „Schwarzrieslingdorf“, im schönen Kraichgau. Diesmal allerdings nur zu Zweit. Der Wettergott meinte es gut und konnten auf der kleinen Terrasse sitzen mit Blick auf die von Efeu fast zugewachsenen Fassade. Die Eingangsleuchten und die Lichter aus dem Restaurant verleihen diesem Ambiente die mit zunehmender Dunkelheit mehr Charme und Gemütlichkeit.

So lässt sich die Kulinarik (Kochkunst) von Chef Karl-Heinz Weiß oder „Charly White“, wie manche ihn humorvoll nennen, noch einen Tick besser genießen, als es ohnehin schon der Fall wäre. Karin möchte hier unbedingt ihren 70. Geburtstag in 2 Jahren feiern … auf der Terrasse wird das nicht gehen, nicht weil dort keine 50 Leute Platz haben, sondern weil dies im November ist.

„50 Leute … „ antwortet Heidrun Weiß ganz entsetzt … „Das schaffen wir nicht mehr, auch wenn Du nur kleinere Gerichte möchtest!!!“ Meine Frau ist „beleidigt“ und will den Chef sprechen … „Der ist im Streß und hat zu tun!!!“ … sagt Heidrun. Und wirklich … Chef Weiß hat heute 20 Leute zu verwöhnen, die alle A-La-Carte essen möchten. Als Küchenhilfe hat er nur Diana, eine neue Angestellte, jung, fleißig und … wie Karl-Heinz sagt: „ … ein echter Glücksgriff!!!“ Sie hilft sogar schon bei der Eisherstellung … nur das richige und gefühlvolle Rühren will noch gelernt sein, meint er verschmitzt.

Heidrun und Birgit servieren und ich möchte nicht die Schritte zählen müssen, die diese beiden an diesem Abend zurücklegen. Dabei tragen sie Visier-Masken … mit normalem Nasen-Mund-Schutz ist das über Stunden unmenschlich und nicht praktikabel.

Ich möchte Euch ein wenig den Mund wässrig machen und die Speisen nennen, die wir an diesem Abend genossen haben, die Getränke sind nicht so wichtig, bis auf den obligartorischen Schwarzrieling natürlich und einen guten Quittenschnaps sowie einen kräftigen Kaffee. Also, es geht los:

Vorweg:

„Knuspriges Fladenbrot mit guter Landbutter“

Die Vorspeisen:

„Schottischer Gewürzlachs mit einem Ananas-Cutney“ 

„Elsässer Bauernpastete mit einem roten Zwiebel-Confit und Cornichons“

Der Zwischengang:

„Frische Blattsalate mit einem würzigen Ei-Tomaten Dressing“

Die Hauptgerichte:

„Gefüllter Kaninchenrücken mit Rosenkohl und einer Lemberger-Sauce“

„Rumpsteak vom Angus-Rind mit einer Cafe-de-Paris Sauce“

dazu: hausgemachte Spätzle und Kartoffelgratin“

Die Desserts:

„Knusprig gebratene Reisbällchen auf Sauerkirschmus und Eis von der Tongabohne“

 

„Amarettini-Parfait auf Eierlikörschaum mit Himbeeren und einem Klecks frischer Sahne“

„Amarettini-Parfait auf Eierlikörschaum mit Himbeeren und einem Klecks frischer Sahne“

Warum ich das doppelt aufzähle? Nicht weil ich nicht mehr weiß, was ich schreibe, sondern weil dies das Dssert meiner Frau Karin war und sie es zweimal gegessen hat … muss also gut gewesen sein. Bei der zweiten Bestellung weise Ich zaghaft auf die Kalorien, den Fettgehalt und das schlechte Gewissen am Folgetag hin, habe aber keine Chance, Karin von diesem 2. Dessert abzuhalten ... wahrscheinlich spielt auch der Schwarzriesling und der Quittenschnaps eine, wenn auch untergeordnete, Rolle ... das darf ich aber nur denken. Meine Frau ist jetzt in einem "Zustand", der keine andere Meinung gelten lässt: "Ich will das jetzt und basta. Heute ist mir das so was von egal, so!!!" Sprach`s und verdrückte genüßlich diese herrliche süße Kreation ... es war schon dunkel und so konnte sie auch den Teller abschlecken ohne das es jemand sah. Immerhin saßen am Tisch hinter ihr 3 Personen, die aber sehr mit sich beschäftigt waren.

Der eben erwähnte stur-lustige Zustand führte auch dazu, dass sie immer wieder darauf drängte, ein Foto nachzustellen, das vor 33 Jahren an einem bestimmten Platz entstanden war. Auf diesem Bild sah man sie, mich mit dem Zeigefinger bedrohend und mich in einer eher schuldvoll-unterwürfigen Haltung. Ich hatte mir einen Spaß daraus gemacht, ihr erst abends den Goldreif zu übergeben, auf den sie eigentlich den ganzen Tag schon gewartet hatte ... Mann-oh-mann, der erste Ehekrach am Hochzeitstag. Na, jedenfalls ... mussten wir die Pose von damals nachstellen und Heidrun fotografierte ... 15 Bilder, dann reichte es mir. Genug ist genug.

Um 23:00 Uhr war dann auch genug und so stand es als "Endzeit" dieses Besuches auch auf dem Corona-Kontrollzettel, oder wie der heißt!!!

Ein wirklich schöner Abend ... ehrlich ...

Euer

Gerd K.