... es geht weiter ... Tage der Natürlichkeit ...

Guten Morgen ...

18. August, Dienstag

Ich bin Frühaufsteher ... daran ändert sich auch hier nichts, als ich um 4:00 Uhr aufwache und aufstehe auf, noch nicht wissend, was tun ...

...also schnappe ich mir erstmal meine Taschenlampe und knüpfe da an, wo ich abends aufgehört habe ... bei einem Spaziergang durch den dunklen Wald, diesmal einen anderen Weg. Den Lichtstrahl habe ich so eingestellt, das er nur den Weg vor mir ausleuchtet und nicht unnötig in den Wald scheint. Den Weg ausleuchten empfiehlt sich auch, denn es tauchen doch immer wieder unebene Stellen und Steinbrocken auf, denen es auzuweichen gilt ... Verletzungen kann ich mir nicht leisten ... obwohl, nach dem Gewitter und dem starken Regen? ... doch dazu später.

Ich sammle etwas Holz unterwegs und heil zurück mache ich um 5:00 Uhr ein kleines Feuerchen und relaxe in der Dunkelheit ... die Flammen sind mein Begleiter ... und ein Kaffee, den ich mir in der Mini-Küche gemacht habe. Könnt Ihr Euch vorstellen wie herrlich die Gefühle sind, die ich da in mir gespürt habe? Nein, das könnt Ihr nicht ... da hilft nur eines: "Ausprobieren und selbst spüren!!!"

Um 6:00 Uhr lege ich mich noch etwas auf das große Bett und genieße die Gedanken, die ich hier, im Pfalzwagen habe. Alles andere ... CORONA sowieso ... ist weit weg!!! Es ist hell geworden und um 7:00 Uhr Zeit fürs Frühstück ... Bacon-Schinken, gebruzzelt in einem Mini-Pfännchen und "abgelöscht" mit 2 Eiern, ein gutes Omelette eben!!!

Gegessen wird wieder am kleinen gedeckten Tisch ... allein mit der Natur ... obwohl: Was ist das? Hunde-Gassi-Führer gehen den Weg in den Wald entlang und machen einen "Ausritt" !!! Wer stört hier meine Einsamkeit und Ruhe??? Tja, ich bin auch hier nicht allein auf der Welt ... aber die paar Menschen ertrage ich halt, oder??? Das Frühstück schmeckt trotzdem und ich stelle das Geschirr in das "Morino-Waschbecken" ... für einen späteren Abwasch ... es eilt nicht.

Der Wald lockt ... zum ersten Mal am Tag und mit Videokamera, auf Natur-Motivsuche. Auf geht`s ... duck Dich Natur, ich komme!!! Leicht ist es nicht, das große Stativ mit der mittelgroßen Kamera ... bin ich froh, dass ich meine ganz große daheim gelassen habe!!! Der Weg führt bergab und ist steinig ... und den muss ich wieder hoch gehen. Es hat ca. 25 Grad und ist ein wenig schwül, was die Sache für mich nicht angenehmer macht ... aber so habe ich es gewollt, basta, kein Gejammer!!! Nach einer Weile taucht rechts ein alter Hochsitz auf, etwas den Hang empor ... mein erstes Motiv!!! Die Leiter ist neu und stabil, aber mit Stativ wackel ich doch nicht dort hoch und begnüge mich mit der Aussicht auf die Umgebung und den herrlich einsamen Wald ... keine Menschenseele unterwegs. 

Nach einigen Detailaufnmahmen geht es weiter ... den Weg bergab. Der bietet dann links ein interessantes Fleckchen ... mit grün-zugewachsenen Bäumen und irgendeinem Tor im Hintergrund ... muss ich mir anschauen, auch wenn es mit Stativ und Kamera nicht ganz einfach ist, dorthin zu gelangen. Ein Stück weit muss ich durch Dornengestrüpp und meine Frau fragt mich später, woher ich die Kratzer habe ...???... was nehme ich nicht alles auf mich, wenn ich  Motive einsammeln will. Doch ich schaffe es ... ein schönes Fleckchen Waldlichtung liegt vor mir. Ich baue die Kamera auf und mache einige gute Aufnahmen ... das Tor zu einer alten Brunnenstube liegt in einer kleinen Senke, längst verfallen und mit einem Flair von Moos und Efeu zubedeckt. Unweit davon steht noch ein Tisch ... keine Stühle oder irgendeine Sitzgelegenheit, nur ein Tisch, dicht bedeckt mit Tannennadeln. Das wirft doch die Frage auf: "Was soll dieser Tisch dort?" ... er steht nicht erst seit gestern, Holz und Metallgestell sind ebenfalls verwittert. Das werde ich wohl nie ergründen und mache mich auf den Rückweg ... diesmal finde ich einen Weg, das Dornengestrüpp zu umgehen.

Auf dem Hauptweg angelangt bin ich doch ganz schön schweißig geworden, alles klebt irgendwie ... ich freue mich auf eine Erfrischung in "meinem" Pfalzwagen. Der Weg bergauf mit Stativ und Kamera fordert dann doch einige Verschnaufpausen, bis ich die Weggabelung vor mir sehe, die rechts zum Wagen führt. Nun ist es wirklich nicht mehr weit und am Wagen angekommern setze ich Stativ und Kamera erstmal ab ... da ich noch keine Lust zum Duschen habe mache ich mich vor dem Wagen hüllenlos und erfrische mich mit klarem Wasser aus meinem Kanister ... immer wieder und wieder halte ich die Hände unter den Hahn und lasse das kühle Nass über meinen Kopf und Körper laufen. Erst dann setze ich mich so nass wie ich bin in meinen Relaxstuhl und lasse die Seele baumeln ... Augen zu und der Stille lauschen.

Bald ist es Mittagszeit bzw. ich habe Hunger und beschließe, heute gibt es "Chilli-Con-Carne-Eintopf" aus dem Mini-Rechaud auf der Mini-Herdplatte gekocht ... mal schauen, ob das funktioniert. In das kleine Rechaud passt tatsächlich eine 3/4 Dose hinein und ich schalte die Herdplatte auf Stufe "3", damit es sich langsam erwärmt. Zwischenzeitlich kann ich in der Umgebung des Pfalzwagens etwas Holz für den Abend sammeln ... dann ist wieder Lagerfeuer-Time. Ab und zu rühre ich mein Chilli um, damit sich ja nichts festsetzt. Es köchelt vor sich hin und ich freue mich auf diesen einfachen Eintopf in einfacher Umgebung ... man braucht gar nicht so viel, um sich zufrieden zu fühlen. 

Ich decke wieder meinen kleinen Tisch ... Ihr wisst schon ... und bald ist die erste Portion "Chilli Con Carne" fertig ... 2 Scheiben Bauernbrot dazu und genießen. Dann fülle ich auf ... der Rest in der Dose sind noch viele Bohnen, die müssen unbedingt verputzt werden ... "Pupsen" spielt hier ja nun wirklich keine Rolle!!! Mit der dritten Scheibe Brot schlecke ich das Rechaud sauber, so ist es leichter zu spülen ... der Abwasch vom Frühstück steht ja auch noch aus, also ... an die Arbeit!!!

Nicole Stöber achtet sehr auf umweltverträgliche Mittel und so gibt es auch kein Spüli oder ähnliches ... ich weiche mein Geschirr im "Morino-Waschbecken" mit flüssiger Lavendel-Seife ein ... wann jemals hat ein Geschirr so etwas Gutes bekommen!!! Mit einem Spüllappen, den ich in einer Schublade gefunden habe, wische ich vorsichtig das Geschirr sauber und stelle es zunächst beiseite, putze das Waschbecken und trockne dann mit einem weiteren Tuch ab. Nach dem Aufräumen ist wieder Feierabend ... was tun? Achja, noch weiter Holz sammeln für den Abend. 

Zeit für ein Mittagsschläfchen auf dem großen und bequemen Bett ... mit etwas Musik aus meinem Bluetooth-Lautsprecher ... Oldies natürlich, was sonst. Bald schlafe ich darüber etwas ein, es ist 16:00 Uhr geworden ... Zeit für einen Kaffee. Der Einfachheit halber habe ich mir löslichen Bohnenkaffee mitgenommen und mache mir heißes Wasser in einem kleinen Wasserkocher ... nein, der gehört nicht zum Inventar des Pfalzwagens, den habe ich mir mitgebracht, sowie Kondensmilch und Süßstoff. Zucker hat es aber in einer Schale im Schränkchen genug, so ist das nicht. Das Wasser sprudelt und ich gieße mir meine Kaffee in meiner schönen Tasse auf, die ich natürlich auch mitgebracht habe ... etwas "Heimat" muss einfach sein. 

Genießen tue ich den Kaffee natürlich in meinem Relaxsessel ... den Blick auf den Wald gerichtet ... und in Gedanken schon wieder beim abendlichen Lagerfeuer und den leckeren Würstchen. Man soll nicht glauben wie die Zeit mit "Nichtstun" und "Vor-sich-hin-träumen" vergeht, es ist einfach toll. Irgendwann raffe ich mich auf und fahre ein wenig die Gegend ab ... Carlsberg mit seinen örtlichen Einkaufsmöglichkeiten, Alteilingen mit einem Getränkemarkt und der nächste Ort mit REWE und NETTO. Na also, für das leibliche Wohl wäre auch gesorgt, aber ich habe ja eigentlich alles dabei, hätte ich mir sparen können ... aber man weiß ja nie. Bei REWE kaufe ich einen kleinen Blumenstrauß für Nicole, für Donnerstag zum Abschied ... nur nicht daran denken, denn noch ist es erst Dienstag. Ich fahre noch ein wenig ganz gemütlich die Gegend ab, in einem neuen Auto macht das ja auch irgendwie Spaß ... die Verkehrsbeschränkungen natürlich einhaltend, was wäre peinlicher, als später einen "Mietwagen-Strafzettel" zu erhalten.

Gegen 18:00 Uhr bin ich zurück und gönne mir als Zwischenmahlzeit einen Milchreis aus der Kühltasche, welche die Lebensmittel und Getränke erstaunlich lange kühl hält ... jedenfalls ist der Milchreis erfrischend. Meine Blicke wandern gen Himmel, der auf einmal gar nicht mehr so gut aussieht ... schwarze Wolken ziehen auf und es wird ganz schön windig!!! Es wird doch nicht ... doch es wird ... ein leichtes "Unwetter" zieht auf und es beginnt leicht zu regnen. So ein Mist ... mein mühsam gesammeltes Holz wird feucht!!! Lagerfeuer Ade??? Aber ... ich habe ja etwas Abdeckfolie dabei, für alle Fälle ... so wie für diesen!!! Folie über die Feuerschale und gut!!! Halleluhjah!!!

Es ist 19:00 Uhr und ich liege auf dem Bett, weil es donnert, blitzt und regnet ... das ist zwar auch schön, aber nicht das, was ich für den heutigen Abend geplant hatte ... meine Würstchen übrigens auch nicht!!! Um 20:00 Uhr endlich eine Gewitter und Regenpause ... schnell zur Feuerschale und Spiritus über das Holz gespritzt ... es brennt nach einer Weile lichterloh, die Würstchen stehen, nein, liegen parat. Die Zeit abzuzwarten, bis nur noch Glut da ist habe ich heute Abend nicht ... ich halte die Würstchen in die oberen Flammen. dadurch werden die natürlich ziemlich schnell braun, um nicht zu sagen "schwärzlich", aber egal es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Was heißt hier Tisch ... heute esse ich die Würste direkt vom Holzspieß und verbrenne mir erstmal den Mund ... kühlender Rebensaft hilft aber dagegen!!! Nach dem dritten Würstchen beginnt es wieder zu regnen, aber ich ziehe mir einfach ein Regencape über und bleibe noch ein wenig am Feuer sitzen ... es ist einfach zu schön!!! 

Gute Nacht!!!

Ja, ganz so gut ist die nicht, denn der Regen wird stärker und mir fällt siedendheiß ein, dass meine Kamera mit Stativ noch draußen steht!!! Wie der Blitz aus dem Bett und hinaus in die "Fluten" ... das Stativ steht Gott-sei-Dank etwas geschützt an der Wand des Wagens, ist aber natürlich trotzdem nass geworden. Ich habe doch extra eine große Tüte zum Abdecken dabei, warum habe ich Depp die nicht übergezogen oder noch besser, das Stativ reingeholt ... oh Mann!!! Jedenfalls schnappe ich schnell das Stativ samt Videokamera und schnell rein in den Wagen. Ja, leider ... bleibe ich in der Eile mit einem Stativbein am Bein des halbrunden Tischchen hängen, was zur Folge hat, dass sowohl Tisch, Stativ, Kamera und ich ins straucheln kommen und hinfallen ... in den Matsch und auf ein paar Steine, die da so rumliegen. Aua ... zunächst bleibe ich etwas benommen liegen, das Stativ in der Hand ... aber an den Geräuschen habe ich vernommen, dass etwas zu Bruch gegangen sein muss!!! Natürlich, der Tisch war ja nicht leer ... Windlicht und Geschirr, mein AIDA-Glas ua standen darauf. Ich raffe mich auf, schleppe mich in den Wagen , mache erstmal Licht und schnappe meine Taschenlampe. Der starke Lichtstrahl zeigt mir dann die Bescherung ... Tisch und Stuhl liegen in der Gegend rum, die Gegenstände vom Tisch liegen verstreut auf dem Boden bis in das Gestrüpp hinein ... und es regnet!!! Notdürftig sammele ich einiges auf, merke aber, das meiste macht erst im hellen Sinn. Meine Hose ist erstens dreckig und zweitens patschnass, die kann ich erstmal ausziehen. Da ich jetzt mitten in der Nacht keine Lust zum duschen habe bleibe ich einfach nackig im Regen stehen, bis ich glaube, sauber zu sein. Ich setze mich dann noch auf einen dieser lustigen Stühle und lasse den Regen das abwaschen, was nicht auf meine Haut gehört!!! Als ich eh schon richtig nass bin macht der Regen auf nackter Haut sogar Spaß und da es kein Gewitter mehr gibt mache ich einen kleinen Spaziergang ... "I`m Singing in the Rain". 

Irgendwann habe ich aber auch von diesem tollen Gefühl genug und begebe mich zurück, trockne mich ab und verziehe mich in mein Bett ... was muss ich morgen wohl alles aufräumen?

 

22. August,  Mittwoch

In der weiteren Nacht schläfert mich das Getrommel des Regens auf dem Wagendach schön ein und ich wache erst gegen 5:00 Uhr auf ... ich habe verschlafen, na sowas!!! Noch ist es dunkel, also Zeit, mit der Taschenlampe nochmal die Bescherung der Nacht anzusehen und etwas aufzuräumen. Für 30 Minuten Waldspaziergang ist trotzdem noch Zeit, dann ich bin wieder an meinem Wagen und in meiner gewählten "Einsamkeit". Mittlerweile ist es hell geworden und ich kann "aufräumen" ... bis auf mein Windlicht und den Teller von Nicole ist alles heil geblieben, aber verstreut. Ich stelle das Tischchen und den Stuhl wieder auf und setze mich dann mit einem ersten Kaffee in meinen Relaxsessel. Mann, was für ein Abenteuer!!!

Es ist 7:00 Uhr und endlich Zeit fürs Frühstück ... erster Gang: Bacon-Schinken-Omelette. Das gelingt in dem Mini-Pfännchen auf der kleinen Herdplatte wieder vorzüglich und ich nehme mein Frühstück an diesem Morgen wieder am gedeckten Tischchen im Freien ein ... das Essen und der Kaffee duften, die Natur riecht und ich fühle mich wohl, meine Seele baumelt. Den Abwasch verschiebe ich auf später, mit dem Geschirr vom Mittagessen zusammen ... was gibt es denn? Noch keine Ahnung ... vielleicht gebratene Schinkenwurst auf geröstetem Bauernbrot? ... gute Idee.

Die Zeit bis dahin nutze ich endlich für eine Datensicherung meiner Fotos/Videos und ein erstes Update meiner Blogseite ... immer wieder unterbrochen durch kurze Ausflüge/Spaziergänge in die nähere Naturumgebung. Viel gibt es ja nicht zu erleben oder zu tun, aber gerade das Wenige macht den Reiz dieses Aufenthaltes aus ... "Less Is More". Allein mit meinen Gedanken und vor allem "allein" ... ohne Geschwätz und eventuellen Nörgeleien anderer Menschen. Natürlich ist das kein Zustand auf Dauer, denn der Mensch ist ein soziales Wesen, also für die Gemeinschaft geschaffen, die einem aber ab-und-zu ruhig mal am A.... lecken kann, um es sehr deutlich auszudrücken. Aber zurück zu mir ... 

... es ist Zeit fürs Mittagessen oder besser gesagt kleines Vesper, denn Menüs kann ich hier nicht kochen und will ich ja auch gar nicht. Es gibt wie gesagt "Gebratene Schinkenwurst auf geröstetem Bauernbrot" und hinterher Alpenkäse am Stück .. als Nachtisch eine Banane, und das reicht, oder? Den gedeckten Tisch kennt Ihr schon, also stellt Euch das Essen darauf vor ... lecker!!! Irgendwie esse ich in dieser Umgebung auch langsamer oder es vergeht die Zeit langsamer, ich weiß es nicht ... jedenfalls ist es schon wieder Zeit für ein Schläfchen. Halt ... erst der Abwasch, Frühstück und Mittagessen-Geschirr gesäubert im Morino-Waschbecken mit Lavendel-Schaumseife, Ihr erinnert Euch?! Abgetrocknet wieder mit den Tüchern von Nicole, aufgeräumt und fertig ... alles in einer herrlichen Ruhe und Gelassenheit, der fehlende Alltag macht`s möglich. 

Zeit für ein Schläfchen auf dem großen Bett ... achja, das hatten wir schon, aber heute eben wieder, weil`s so schön ist. Die Wagentüre bleibt weit geöffnet mit Blick auf meine "Heimatfahne" ... das ist übrigens auch nachts so ... ein schönes Gefühl. Unsicherheit oder gar Angst verspüre ich hier nicht. Oh-Jesses ... wenn ich da an meine Frau denke, die würde nachts alles verrammeln und verschließen aus Angst, es könnte jemand kommen ... ein Mann vielleicht!!!??? Leise Musik, natürlich wieder Oldies, versüßen mir die mittägliche Siesta und ich schlafe wohl etwas ein. Wecker brauche ich hier nicht ... das Schläfchen ist vorbei wenn es vorbei ist, ganz einfach!!

Und das ist es dann irgendwann auch, so gegen 15:30 Uhr ... Zeit für einen Kaffee und relaxen draußen. Und wieder Holz sammeln für den letzten Abend und das (vorläufig) letzte Feuer mit ... nein, Würstchen gibt es keine mehr, dann eben nur die Freude aufs Lagerfeuer. Der Kaffee schmeckt gut, leider ohne ein Stückchen Kuchen, das habe ich versäumt einzukaufen als ich bei REWE und NETTO war ... aber ich bin eh dick genug ... Seufz!!! Ab und zu stehe ich auf und drehe eine kleine Runde den kleinen Pfad hinunter zum Waldweg und wieder zurück ... nur nicht zuviel Bewegung!!! Aber eigentlich könnte ich nochmal auf Videomotivsuche gehen, in den Wald hinein, vielleicht ergibt sich noch etwas Interessantes für mein kleines Filmchen über den Aufenthalt im "Pfalzwagen".

Ok, also wieder den Weg hinunter, der ja auch zum "Jüdischen Friedhof" führen soll ... aber das ist mir zuweit mit Stativ und Kamera und heute ist es nicht gerade kühl und sehr feucht nach dem Gewitterregen ... das nächste Mal vielleicht oder ganz sicher. Doch auch der Bereich nach dem schon bekannten Hochsitz und der verlassenen Brunnenstube bietet in akzeptabler Entfernung nichts Neues und ich kehre um, den ganzen Weg wieder bergauf, Ächz und Stöhn!!! Einen Versuch war es jedenfalls wert ... trotzdem bin ich froh als ich das "Wägelein" wieder vor mir habe und diesmal duschen kann. Ein schönes Gefühl übrigens in dem Faß mit Duschvorhang, der einem durch seine Schwere nicht am Körper kleben bleibt, erstaunlich. Nass und erfrischt trockne ich draußen an der frischen Luft auf einem dieser lustigen Stühlchen am noch "kalten Feuer". 

Ein "Gassiführer" trabt vorbei, sieht mich aber hinter der dichten Hecke nicht ... und wenn, dann wäre es mir auch egal, ich fühle mich pudelwohl in meiner natürlichen und paradiesischen Nacktheit, jawoll!!! Nix dabei und in Deutschland ja auch nicht verboten ... per Gesetz sogar!!! Sogar Nacktwandern, Nacktjoggen und Radfahren sind nicht verboten ... aber alleine ist das so eine Sache, da hat man keine Rückendeckung wenn einem ein "agressiver Textiler" mal blöd kommt. In einer gleichgesinnten Gruppe ist das schon was anderes, aber woher hier nehmen???Naja, Gedanken-Stopp und Hose an ... wir wollen ja keinen Ärger kriegen, oder?

Bekleidet Holzsammeln geht auch und erfüllt den gleichen Zweck ... ich habe Material für den letzten Feuerabend. Nach dem starken Regen ist es gar nicht so einfach, geeignetes Material zu finden ... ich werde viel Spiritus brauchen, den ich mir bei Nicole ausleihen muss, denn meiner reicht nicht mehr. Aber diese Seele von einer Gastgeberin hat sicher auch dafür Verständnis ... ist ja fast ein Notfall. Beim Holzsammeln treffe ich zufällig auf Nicole, ihre Tochter und Hanni, den Cocker-Spaniel und kann meine Bitte gleich persönlich ausprechen ... 10 Minuten später steht eine Flasche Spiritus-Gel am Eingang des Pfalzwagens, toll oder!!!???

Dann ist er angebrochen, dieser letzte Abend im Pfalzwagen ... die Zeit war einfach zu kurz, obwohl ich ja nicht viel getan habe ... aber eben dieses Nixtun und nur Genießen ließ die Zeit irgendwie auch wie im Fluge vergehen. Bei REWE habe ich mir für diesen Abend noch ein gutes Fläschen Rotwein besorgt und werde das am Feuer "schlürfen", statt Würstchen eben, geht auch so. Zum Essen gibt es heute, passend zum roten Rebensaft, Käse und Bauernbrot ... rustikal auf einem Brett und aus der Hand gegessen, lecker. Ich schmeiße das Feuer schon um 19:30 Uhr an, damit ich länger davon habe bis zum schlafengehen. Dazu brauche ich noch Holz, denn der dicke Klotz, der beim Wagen lag ist erstens zu dick und zweitens zu feucht ... der wird nicht anbrennen.

Um 19:45 Uhr prasselt das Feuerchen dank dem Spiritus-Gel von Nicole und ich mache es mir gemütlich ... Musik wäre gut, aber ich will hier draußen keine Party machen. Die Natur und ihre Stille tut es auch. Heute abend bleibt es trocken ... es hat ja gestern auch genug "geschifft". Jetzt fehlt mir doch eine nette Begleitung, hier in der Natur, am Feuer, welche meine Gefühle teilt. Meine Frau hat dafür leider nicht so den Sinn, schade ... und eine andere Frau dafür ??? Kenne ich nicht, schade!!! Oder gut so, wer weiß!!! Der Abend vergeht einsam aber dennoch glücklich und irgendwann ist es Zeit, zu Bett zu gehen und die letzte Nacht mit einem hoffentlich schönen Traum im "Pfalzwagen" zu verbringen. 

Gute Nacht!!!

20. August, Donnerstag

Nun ist er angebrochen, der letzte Morgen im Pfalzwagen ... heute schlafe ich etwas länger, denn es ist gestern abend am Feuer doch etwas später geworden. Um 5:30 Uhr aber schäle ich mich aus meinem weichen, breiten Bett, koche erstmal einen Kaffee und begebe mich nach draußen. Die Luft ist warm, es hat 20 Grad ... und mit dem fertigen Kaffee und einer Zigarre setze ich mich in meinem Relaxstuhl, die letzten Tage noch einmal Revue passieren lassend. Schön war`s, das kann ich nicht anders sagen ... nicht viel gemacht, aber genau das war das Richtige und Angenehme. Ich denke bereits über meinen nächsten, längeren Aufenthalt nach ... ab 15. September würde sich da eine Möglichkeit ergeben, für 5 Tage bis zum 20. September. Muss ich mit Nicole absprechen und gleich reservieren, wenn es geht.

Mit diesen schönen Gedanken mache ich mich auf einen kleinen Spaziergang den Waldweg hinunter, irgendwie Abschied nehmend ... vorläufig. Es ist schon ein wenig hell, ich brauche keine Taschenlampe ... der Wald begrüßt mich wie ein alter Bekannter, so kommt es mir jedenfalls vor, und ich grüße ihn zurück und verspreche der Natur, dass ich wiederkomme, so bald als möglich. Nur ungern und zögerlich mache ich mich auf den Weg zurück, aber es erwartet mich ja ein gutes, wenn auch letztes Frühstück. Zwei Eier und Schinkenwurst habe ich noch, der Bacon-Schinken ist leider "verputzt". 

Also, ran ans Werk und Kochen, auf der kleinen Herdplatte, in dem kleinen Pfännchen ... diese "Minidinge" sind mir ans Herz gewachsen und reichen mir völlig aus. Etwas Olivenöl von Nicole ins Pfännchen, die Wurstscheiben angebraten und mit den beiden letzten Eiern "abgelöscht" ... fertig ist wieder ein kleines, aber feines Omelette. Gegessen wird natürlich wieder draußen, am vorbereiteten und gedeckten Tischchen ... Ihr wisst schon. Mit noch 2 Scheiben Bauernbrot und einem weiteren Kaffee lasse ich es mir nochmal so richtig gut schmecken nund lächle die nahe Natur an ... sie lächelt mir gnädig zurück. Ich lasse mir Zeit und gönne mir als Dessert noch einen letzten Milchreis aus der Kühltasche, der nun natürlich nicht mehr so kühl ist, aber trotzdem schmeckt.

Es ist 8:00 Uhr geworden, Zeit zum Packen und eine letzte Dusche im Faß ... auf eine Rasur verzichte ich, das hat Zeit bis ich Zuhause bin ... so schlimm ist es nach 3 Tagen nun auch noch nicht. Packen, naja ... irgendwie weiß ich gar nicht so recht, wo beginnen ... oder habe ich einfach keine Lust??? Wahrscheinlich!!! Ok, Abwasch erledigen, Koffer und Reisetasche aufs Bett und irgendwie geht`s schon ...

Um 9:00 Uhr habe ich alles verstaut und beginne, das Gepäck die wackeligen Stufen zum Auto hoch zu bugsieren ... rauf geht es aber einfacher als runter, das ist schon mal gut!!! Der DACIA Duster schluckt alles wieder, einschließlich des Abfalls, den ich ja mit nach Hause nehme ... so hat Nicole schon mal weniger Arbeit. Ich fege noch die Dielen vor dem Eingang und schlenker die Fußmatte aus ... so bin ich halt!!! Dann schreibe ich meiner Gastgeberin eine App: "10:00 Uhr Übergabe, ok?" und die Bestätigung kommt bald: "OK!" 

Um kurz vor 10:00 Uhr erscheint Nicole und sagt mir, dass ich mit dem Auto jetzt auf die Straße müsste, ein Kranwagen sei bestellt, um ihr eine Gartenhütte zu versetzen ... und der würde mich für ca. 2 Stunden blockieren ... ich könnte aber auch noch bleiben und das Ganze abwarten. Ich entschließe mich für "Abwarten", habe ich dann doch noch Zeit, den Abschied vom Pfalzwagen ein wenig zu strecken ... mich hetzt ja nichts und wann ich heimkomme ... ist eigentlich egal!!!

Gut, also bleibe ich noch etwas und regle mit Nicole den nächsten Aufenthalt ... 15. - 20. September, 2020!!! versteht sich, also bald!!! Einen Kaffee kann ich mir noch machen und dann schaue ich ein wenig dem "Kran-Schauspiel" zu ... Technisches interessiert mich als Ingenieur natürlich immer. Die Zeit vergeht ... ein Ersatzteil fehlt auf einmal und aus den geplanten 2 Stunden werden dann doch Drei!!! Aber um 13:00 Uhr ist es dann soweit ... ich kann Abschied nehmen und mich auf die "Socken" machen, sprich mit dem Mietwagen Richtung Heimat bewegen.

Das war`s also ... für diesmal ... schöne Tage, die unvergessen bleiben. Ich freue mich auf Foto-und Videoauswertung und irgendwie auch auf Zuhause, den Pfalzwagen jedoch nicht vergessend!!!

Euer

Gerd K.