Katholische Erziehung und Kirche

Das angenehme als Messdiener ... wir hatten die "Macht" über die Schellen und ihre Lautstärke

Ein wichtiges Thema ... nicht nur für mich ... in den 1950er/60er Jahren war die "streng" katholische Erziehung ... bei mir durch meine Oma "Lenchen" ... und die Kirche bzw. die Verbindung zu ihr ansich. Dazu gehörte natürlich auch der Kirchendienst als Messdiener oder Ministrant. Ich möchte gleich vorwegnehmen, dass es irgendwelche Skandale oder "Übergriffe" bei unserer Messdienerschar nicht gegeben hat. Diese Tatsachen wurden auch mir erst später bekannt. Meine Zeit in einer schönen Gemeinschaft war sehr harmonisch und angenehm ... Streiche eingeschlossen.

Das Foto zeigt die Altarglocke, welche die Messdiener gefühlvoll an bestimmten Stellen einsetzen sollen ... gefühlvoll!!!

 

  • Die "Herz-Jesu-Kirche" in Wattenscheid-Günnigfeld

    Das war die Kirche meiner Heimat ... Kath. Unterricht, 1. Hl. Kommunion und Dienst als Ministrant ... ich war ihr gerne verbunden.

  • Eine Messdienergruppe in "Rot-Weiss" so war es auch zu meiner Zeit als "Aktiver"

    Wir Messdiener trugen damals "rot-weiss" ... heute bekannt zB als "Pommes-Schranke" ... die Gewänder waren ziemlich schwer aber als "Jugendlicher", der dann in der Öffentlichkeit steht ... geht schon!

  • Die "Großkopferten" der kirchlichen Gemeinschaft

    Was wäre die Kirche ohne ihre Hierarchie der Pfarrer, Bischöfe, Kardinäle usw. ...
    Vielleicht menschlicher?

    Ich habe mich mit meinen Vikaren und Pfarrern in der Kindheit und Jugendzeit eigentlich wohlgefühlt ... es kommt halt auf den Menschen hinter der "Fassade" an.

Erziehung der 1950er/60er Jahre

Oma Lenchen und der kleine Gerd, der eigentlich Gerhard heißen sollte

Ein schwieriges Thema ... ich möchte ja auch niemandem zu nahe treten, der es aus damaliger Sicht nur gut gemeint hatte, aber fangen wir einfach mal an, in der Vermutung, dass vieleicht manche Inhalte sich jetzt wiederholen (Sorry!!!):

 „Oma Lenchen“ war der gute Geist vom Peddenkamp Nr. 1 ... aber auch der "Heilige Geist" meiner Erziehung. Mutti und Papa hatten für sowas irgendwie zu wenig Zeit, da sie auch oft unterwegs waren ... vielleicht hatten sie aber auch nicht den richtigen "Drive" dafür. Also übertrag man das "Erziehungsrecht meiner Oma. Die war stets gegenwärtig und hatte ein liebevoll-wachsames Auge auf mich, damit mir und meiner Seele nichts Böses geschehen möge.

So verkörpete sie für mich „Himmel und Hölle“ ... durch ihre katholische Erziehung. Das bedeutete, immer genau zu wissen, was eine "Sünde" und vielleicht sogar "Todsünde" ist. Den Begriff gab es wirklich und er hatte zum Inhalt, dass man beim Begehen einer solchen später ... also nach dem Tod ... zumindest in das "Fegefeuer" musste. Dieses war eine Wartestation der "nicht so guten Menschen" für eine laaange Zeit. Diese Zeit bis zum Einzug ins Paradies, sprich "Himmel", konnte nur durch fleißige Gebete von Angehörigen und Freunden des/der Verstorbenen verkürzt werden. Ein ganaues Maß wußte keiner so genau ... es wußte ja auch keiner wie das "Fegefeuer" aussah, allein der Name versprach Hitze. 

Noch schlimmer war es ja mit der "Hölle". Noch "heißer" und geignet für die noch größeren Sünder hatte der Teufel oder Satan dort ein Plätzchen für diese. Es gab Abbildungen von Bottichen, in denen die "armen" Teufel saßen und denen von unten mächtig eingeheizt wurde. Manches Bildnis zeigte auch, dass ihnen ... den "armen ..." flüssiges Blei übergossen wurde ... und so weiter. Abartig und schrecklich bzw. abschreckend, denn das sollte es ja sein ... "Bloß keine schweren Sünden begehen". Das verbreitete Angst und Schrecken vor allem bei Kindern, die ja den meisten "Mist" glaubten, den die Erwachsenen aus welchem Grund auch immer so von sich gaben.

Also „genau wissend“, was Sünde, Todsünde etc. bedeuteten, war auch ich sehr verunsichert, was meine ferne Zukunft anbelangte. Meine Sünden … damals überwiegend „manuell-sexueller“ Art … mussten mich  zwangsläufig in die Hölle bringen. Damit wäre ich dann getrennt von allen meinen Lieben, die natürlich in den Himmel kommen würden … sie waren ja so gut!!!“ . Nun, ich habe meine sexuellen Erlebnisse später durchaus ausgedehnt und noch bin ich … 67 Jahre alt … nicht in der Hölle und habe auch keine Angst davor. Ach, Oma Lenchen … Du warst ein guter Mensch, aber total „katholisiert“, leider. Ich weiß noch genau wie ich ... diese Ängste spürend ... im Hof spazieren ging und immer wieder daran denken musste, was mich erwartete ... bis dann der Entschluß in mir reifte, Pfarrer zu werden um meine Seele zu retten.

Dies verfestigte sich umsomehr nachdem auch "intime" Gespräche mit Nachbarjungs, deren Inhalt "Sexualität mit Mädchen" war ... also GV ... mir klarmachten, dass ich diesen "Schweinereien" aus dem Wege gehen musste. Das Theologiestudium und die Priesterweihe schienen mir der einzige Weg zu sein ... damals. Ist aber nix draus geworden ... gut so??? 

Hilfe war aber nah ... nämlich durch die Beichte. Man erzählte einem katholischen Pfarrer seiner Wahl in einem "4-Ohren-Gespräch" seine Sünden ... manchesmal hakte er nach, um genau zu erfahren wie man als Kind zB "Unkeuschheit" begangen hatte. Ja, lieber Gott ... wir hatten halt gewichst, um uns einen runter zu holen, weil es ein so schönes Gefühl war ... damals wussten wir nicht das es "Orgasmus" hieß und völlig normal war ... der sexuelle Trieb der Menschen eben. Einer der Ur-Triebe übrigens, wie auch Ess-Trieb, Agressions-Trieb usw.

Diese Sünde fand meist allein, aber manchmal auch mit ... das gehört aber hier nicht hier her ... Beichtgeheimnis!!! Naja ... und dann die harmlosen Streiche inklusive Äpfel klauen im Pfarrgarten ... da war der "Beichte-Abnehmer" eher "not-amused" ... aber es kam wohl auf die Menge an. Jedenfalls bekam man immer die sogenannte "Absolution", also die Freisprechung von allen Sünden. Ohne Gegenleistung war der Deal natürlich nicht machbar ... 10 Vater-Unser beten ... 10 Ave Maria ... 10 x das Glaubensbekenntnis ... alles aber im Einklang mit dem Gefühl tiefer Reue. 

Das hielt dann eine Woche oder so ... also musste ich und auch andere Kinder wöchentlich beichten ... der arme Pfarrer!!!

In diese Zeit gehört übrigens auch die Jugendfreizeit in Österreich ... mit Vikar Fricke ... siehe "Geschichten ...2".

Zu einem Thema, das auch mit der "Kirche" zu tun hat, muss ich unbedingt noch kommen.

Üblich ist ja der Kirchgang am Sonntagmorgen. Meine Oma "Lenchen" erklärte sich bereit, das Sonntagsmahl vorzubereiten, da sie schon in der "Samstagsabendmesse" gewesen war ... das wurde als gleichwertiger Ersatz für die Sonntagsmesse angesehen ... ein Fortschritt, hurra!!! Also blieb sie zuhause und schickte meine Eltern und mich in die Hl. Messe um ca. 10:30 Uhr ... glaube ich. Da aber Mutti und Papa mit Kirche und Hl. Messe nicht so viel am Hut hatten schickten sie mich in die Kirche ... St. Pius in Wattenscheid. Ihr werdet Euch fragen, ja aber ... es gab doch die "Herz-Jesu-Kirche" in Günnigfeld, warum also nach Wattenscheid pilgern ... ist Gott da besser?

Nein, natürlich nicht, aber dort gab es in der Nähe der Kirche keine Kneipe ... in Wattenscheid bei "St. Pius" schon. Häääh??? Warum Kneipe???  Ja ... weil meine Eltern zum Frühschoppen gingen und ich in die Kirche zur Hl. Messe ... geschickt wurde!!! So einfach war das!!! Sie trugen mir noch auf, die Predigt genau zu verfolgen und mir den Inhalt zu merken, denn Oma "Lenchen" würde das später abfragen. Ein äußerst spaßiges Erlebnis, das sich ja zumindest für einige Jahre, das sich wöchentlich wiederholte.

Ich ergab mich in dieses Schicksal. Nicht weil es mir Spaß gemacht hätte, meine Oma zu hintergehen sondern weil ich in der Kirche meine "scharfe" Cousine Gitte traf ... blond mit Minirock ... 2 Jahre älter, aber das war noch ok. Wir hatten uns immer ein lauschiges Plätzchen ganz hinten links reserviert ... hiner den hintersten Bänken  ... bei der Tür zu den Opferlichtern. Hier nutzten wir die Zeit, "News" auszutauschen und was Knaben und Mädchen so berührt oder auch nicht. Wenn die Zeit der Predigt kam herrschte zwischen uns Funkstille ... der Inhalt der Predigt wurde von mir abgespeichert ... dann wieder "News"!!! Ab und zu gab es auch mal Funkstille, wenn die Lautstärke unserer "Gespräche" die hintersten Bänke in ihrer Andacht störte ... das war eigentlich nicht schön ... und tat mir auch leid.

Ja ... so gesehen passten "Dienst als Ministrant" und die Ausnutzung der Hl. Messe am Sonntag irgendwie nicht zusammen ... damals schon ein Zeichen für eine gespaltene Seele???

Jedenfalls genoß ich diese Stunde in Begleitung eines "hübschen Mädchens" und nach Ende des letzten Glockengeläutes fand ich mich dann auch in der Kneipe "Am Stadtgarten" ein und holte meine Eltern ab, nicht ohne ihnen den Inhalt der aktuellen Predigt mitgeteilt zu haben. Gemeinsam fuhren wir nach Hause ... der Oma wurde berichtet und dann ließen wir uns gemeinsam den Sonntagsbraten schmecken ... Hallehluhjah!!!

 

 

 

  • Aufklärung ... fand bei uns nicht statt

    Als O. Kolle Ende der 60er der umstrittenste Deutsche war ..
    fand seine Aufklärung für mich zu spät statt ... ich hatte ja von meinem Onkel bereits alles gelernt.

    Aber es war wirklich an der Zeit, mit diesem "hinter-der-Hand-Getuschel" aufzuhören und Sexualität als das zu sehen, was sie nämlich war ... menschliches Bedürfnis.

  • Der Onkel versuchte es mal mit dem "Gleichnis" der Bienchen

    Die Bestäubung der Blumen durch die lieben Bienen, allen
    voran "Maja" mit Sexualität und Geschlechtsverkehr zu vergleichen bzw. dadurch zu erklären führte nur zu einem,
    zur Erklärungsnot und Lächer-lichkeit. Die Natur und damit wir Menschen unterliegen ge-
    wissen Regulären und dazu gehört auch der Sexualtrieb.

  • Der Plaboy ... später ... aber vorher zB Bild oder diverse Magazine als "Wi....Vorlage"

    Ja ... der "PLAYBOY" ... das erste mal erschienen xxxxx, war eben eine Zeitschrift für Männer ohne die Frauen als Sexualobjekt herabzustufen.

    Hier war Ästhetik angesagt ...
    für Männer natürlich oft eine Herausforderung, nach der "Lektüre" der eigenen Gattin zu sagen: "Du bist wunder-schön mein Schatz" ....

    Uns späten Kindern oder Jugendlichen diente das Magazin, wenn wir es erwi-schen konnten, als Studiengrundlage des weibli-chen Körpers ... naja, gewisse
    Gefühle machten sich untenrum schon bemerkbar:
    "Hallo, hier bin ich ... geht was?" ... manchmal ja, das kam darauf an ob die "Luft rein" war ... aber dann.

Sexualität, Aufklärung und Biene Maja

Mit der Aufklärung Ende der 1950er Jahre oder in den 60ern ear das so eine Sache ... nämlich gar keine. Sie fand einfach nicht statt. Im Schlafzimmer war es dunkel ... unter der Bettdecke sowieso ... und drüber gesprochen wurde erst recht nicht. Die Eltern sah man nie nackt ... war vielleicht auch besser so, denn das Wirtschaftswunder hatte ja figurenmäßig schon seine Spuren hinterlassen. Als Kind oder früher Judendlicher war man auf die irgendwo aufgeschnappten und dann im Flüsterton weitergetragenen Informationen von Freunden oder Schulkameraden angewiesen ... die Mädels konnte man schlecht fragen ... die wussten ja noch weniger!!!???

Also bekam man ein wenig mit wie es funktionierte oder funktionieren sollte ... das mit dem "Kinder kriegen" und dem ... davor, denn das war ja das eigentlich Interessante ... wie man so hörte. Wenn ich als Kind mit meinem Vater unterwegs war ... zB in der Kneipe an der Ruhr ... und er vom Wirt gefragt wurde: "Na, Karl ... wie geht`s?" und er antwortete: "Gestern ging`s noch!" ... dann machte es in meinem Kopf nur: "Hääähhh!

Dass die Gefühle, die man als Junge im unteren Bereich nicht nur manchmal hatte und die durch kräftiges Reiben wie auch immer ... zB an einer Turnstange ... in einer Art "Entspannung" endeten, aber so schön waren, dass man die Stange gar nicht mehr verlassen wollte ... unmittelbar mit dem zu tun hatten, was man so rätselte ... ja Mensch, wer hätte das gedacht!!! Zu langer Satz, Sorry!!!

Wegen der guten Durchblutung im besagten Bereich kam es durchaus vor, dass man so 15 mal am Tag reiben musste. Und man fand heraus, dass es auch mit der Hand ganz gut ging ... das aber fiel dann in den Bereich "Unkeuschheit", den man zu beichten hatte. Mist!!! Ob der Pfarrer auch ... ??? Daran durfte man ja gar nicht denken, denn auch "unkeusche" Gedanken waren ja schon sträflich. Aber mit zunehmender Gewissheit, dass es zwischen Mann und Frau erst recht schön sein sollte, kam man zu dem Schluss, dass auch ein Pfarrer irren musste ... dazu war es einfach zu schön!!!

Also ... allein war das schön ... aber mit anderen ... Jungs??? Mädchen kamen nicht in Frage, die stellten sich sicherlich zu doof an. Im Hallenbad, in der Umkleide zB war ein guter Ort, um sich kennen zu lernen, zu begutachten und ... gegenseitig zu befummeln. So war es auch mit 2 Jungs, deren Namen ich noch nicht mal kannte, aber das soll ja heute noch vorkommen. Der eine wollte gleich ... ich aus Angst vor dem "Fegefeuer" uä aber nicht ... schade ... aus heutiger Sicht. 

Auch unsere Waschküche im Keller ... ein Raum mit eher spärlichem Tageslicht ... hätte als "Lehrraum der aufkommenden Sexualität" dienen können ... Gelegenheit gab es, aber wie gesagt ... siehe oben!!! Aus heutiger Sicht habe ich vielleicht schon was verpasst ... mit Jungs ... aber sei`s drum ... mit Mädchen war dann ja was ... aber vieeel später!!!

Nachdem ich als Junge also schon wusste, wie es geht und was es mit "Sex" so auf sich hatte aber noch nicht aufgeklärt war, versuchte es mein Patenonkel, der es wohl als seine Pflicht ansah, mich in die Geheimniss der "Liebe" einzuweihen. Er als Junggeselle war dazu ja auch bestens geeignet. Aber er tat es im Vergleich mit den "Bienchen", den 6-beinigen wohlgemerkt ... die kannte er ja auch. Etwas angetrunken und dadurch voller Motivation begann er umständlich und unverständlich ... das bleib auch so. Ich nickte ab und zu als Antwort auf seine Vewrsuche, die aber solche blieben. Was hatte denn "bestäuben" mit "Sex" zu tun ... das war doch eine eher feuchtere Angelegenheit. Aber man sagte ja auch: "Er hat sein Pulver verschossen!" Das machte einen dann doch stutzig. Naja, zum Ende seiner langen Ausführungen war mein Patenonkel erschöpft und müde, denn die Lehrstunde wurde immer wieder durch ein Bier unterbrochen, ich war "informiert" und auch fertig, wir gingen auseinander mit den Worten meines Onkels: "Das war jetzt aber mal endlich nötig, oder?" ... mit denen er mich nebst einem kräftigen Schlag auf die Schulter entließ.

Das es aber doch eine eher feuchte Angelegenheit sein musste wusste ich, als ich sogenannte "Pariser" also Kondome in der Nachttischschublade meiner Oma fand ... "Oma Lenchen" !!! Ich kam aber drauf, dass sie wohl meinen Eltern bzw. meinem Vater gehören mussten, denn Oma !!!??? Da das aber auch mit "Kinder-kriegen" bzw. "Kinder-nicht-kriegen" zusammen hing und ich ein Einzelkind war ... ja, Ihr denkt genauso wie ich ... ich sollte eines bleiben. Das Taschengeld schien gerettet!!! Bis ... an meiner "1. Hl. Kommunion" mit 10 Jahren meine Mutter ins Krankenhaus musste. Später erfuhr ich, dass sie eine Fehlgeburt hatte. Also entweder war da was schief gegangen oder ich sollte kein Einzelkind bleiben. Für mich ... und mein Taschengeld ... ging die  "Sache" ja dann gut aus und zu einer ähnlichen Gefährdung meiner "Herrschaft" sollte es nicht mehr kommen.

 

  • Unsere Familie hatte schon immer einen "Vogel"

    Da "Oma Lenchen" öfter allein war ... brauchte sie einen Gefährten und damals hatte man eben einen Vogel ... einen Wellensittich, möglichst einen, der sprechen konnte.

    Dazu brauchte es viel Geduld und eine gute Lehrerin war Oma durchaus.

  • Als Junge musste der Vater natürlich eine Eisenbahn haben

    Irgendwann zwischen "früher" und "später" Kindheit musste der Bub eine Eisenbahn bekommen, damit Vater und Sohn damit spielen konnten.

    Natürlich von Märklin, Spur "0", weil die Tante in Süd-deutschland bei Märklin in Göppingen arbeitete ... also rabattwürdig war, den sie dann an uns weiter gab.

  • Die ehrenvolle Aufgabe einer "Brautjungfer"

    Mit zunehmender Kindheit, also eher Jugend wird man, wenn man Cousinen hat, dazu verdonnert bei deren Hoch-zeit "Brautjungfer" zu spielen.

    So auch ich bei der Hochzeit meiner älteren Cousine Ulla.
    Mann, war ich damals schlank und habe eine gute Figur gemacht mit weisser Fliege um einen eher dünnen Hals.

    Als Junge bekam man dann ein Mädchen als "Gegen-stück", die sehr hübsch war sich aber aus meinem dünnen Haus eher wenig machte.

Vögel, Eisenbahn und Hochzeiten

Peddenkamp 1 ...
Hinterhof mit der selbst-
gebauter Tischtennis-platte ... und 2 Damen

In unserer Familie hatten wir, bzw. Oma Lenchen, schon immer einen Vogel ... einen Wellensittich. Meist hieß er "Hansi", wurde manchmal aber auch "Peterle" getauft. Er war der Tagesbegleiter für meine Oma, denn sie war ja oft in der Wohnung allein. Der "Junge" in der Schule, Mutti und Papa "auf Arbeit" ... hier nun in Baden sagt man ja "im Geschäft" ... im Ruhrpott hat man wenigstens gearbeitet "auf der Arbeit". 

"Omas Vögel" lernte alle sprechen ... sie war eine gute Lehrerin und kannte diverse Tricks. So babbelten die Vögel dann mit der Zeit alles nach, was die Omma ihnen vor-"soufflierte". "Papa trinkt Bier", "Oma ist lieb", "Hansi, gib Küsschen" und so weiter. Nur eines schaffte sie nicht ... den Viechern das Singen beizubringen. Damit meine ich nicht das "Vogelgezwitscher", sondern wirklich richtiges Singen. Das hatte aber Onkel Fritz, der Mann von Tante Liesel mit seinem Vogel geschafft ... der sang "So ein Tag ... so wunderschön wie heute" ... kein Scheiß!

Ausser Sprechen konnten die Vögel von Omma natürlich fliegen und das durften sie in der ganzen Wohnung. Manchmal mußten wir wirklich lange suchen, bis wir "Hansi" oder "Peterle" wieder gefunden hatten. Nur einmal hatte auch eine lange Suche kein Ergebnis gebracht ... wir hörten nur immer wieder mal ein leises Gepiepse, ähnlich den Rauchmeldern von heute, die man ja auch nicht so richtig orten kann, wenn sie piepsen. Wir verteilten uns in der Wohnung, um zunächst mal den Raum zu finden, in dem sich der Sittich befand ... eindeutig Küche!!! Beim Schrank!!! Jetzt war  "Hansi" vom Schrankoberteil hinter diesen gerutscht und steckte zwischen Schrank und Wand fest. War der besoffen oder was? Wir mussten den Schrank vorrücken  ... und dann hatten wir ihn ... laut schnaufend und verängstigt, Puls 180. Er bekam sofort ein Bad, ein frisches Salatblatt und eine extra Portion Hirse. Er hat`s überlebt.

Der "Junge" braucht eine Eisenbahn ... sagte mein Papa irgendwann. Damit meinte er so wie alle Väter natürlich auch sich, das "Kind im Manne". Gesagt getan ... man kaufte gemeinsam Gleise, Loks und Wagen, Weichen und einen Trafo, denn ohne den ging gar nix. Wie oben beim Foto schon erwähnt ... das ist übrigens nicht repräsentativ für unsere Eisenbahn, davon gibt es leider keine Fotos ... bezogen wir das meiste über Tante Ria und ihren "Connections" zu Märklin in Göppingen. Zunächst natürlich nur in einem Kreis, einem Oval oder wie auch immer, gehorchten Die Loks, es waren nur 2 ... eine kleine schwarze Rangierlok und eine rot-silberige E-Lok, den Befehlen des Trafos. Das war natürlich mit der Zeit völlig unbefriedigend, da ja die "Anlage" immer wieder abgebaut werden musste ... die Wohnung hatte keinen Platz für derlei Scherze. Also bastelten mein Vater und ich ... im Keller ... auf einer Platte von ca. 1 x 1,50 m eine kleine Landschaft. Mit einem Berg, einem Bahnhof, Tunnel und was so dazu gehört. Sie wuchs ständig, indem wir Bäume besorgten, kleine Figuren usw. Alles musste fest installiert sein, damit man die "Gesamtanlage" an Weihnachten ... manchmal auch zu anderen Gelegenheiten, wenn uns die "Eisenbahnlust" packte ... ins Wohnzimmer transportieren konnte. Sie fand irgendwie Platz auf einem Gestell in einer Ecke ... welche da überhaupt frei für sowas war ist mir bis heute schleierhaft ... leider keine Fotos, wie gesagt.

Hochzeiten und andere Katastrophen. Die erste Hochzeit, die ich als Jugendlicher 1967 erleben durfte war die meiner Cousine "Ulla" ... Ursula ... der größeren Schwester von Gitte ... Brigitte. Ich war als männliche "Brautjungfer" auserkoren, daneben gab es natürlich noch eine weibliche ... leider habe ich den Namen vergessen, nicht aber ihre "junge Schönheit". Ich freute mich schon auf ein Beisammensein ... vieleicht ein Tänzchen? Leider war ich für diesen "Rauschgoldengel" so ziemlich Luft. Sie wendete sich mehr den "halbstarken Typen" zu, den männlicheren also. dabei war ich so lieb!!! Bei der Taufe von ihrer Tochter ... also von Ulla .. Manuela erging es mir ähnlich. Ich sollte Patenonkel sein, eine Ehre damals, die aber bei den Diesing`s nicht so gut ankam. Denn Bruder Otto, der Vater von "Ulla" hatte sich aus dem "Clan" ausgeklinkt und man hatte kaum noch Kontakt. Vielleicht sollte dieser durch die Patenschaft sozusagen als "Brücke" wieder repariert werden??? Naja, eine Patenschaft innerhalb der Familie kann man schlecht ablehnen ... also wurde ich im zarten Alter von 16 Jahren "Patenonkel". Um es kurz zu machen ... der "Brückenbau" war auf keine guten Fundamente gestellt, die Kontakte zwischen den beiden "Lagern" wurden dadurch nicht inniger und meine Funktion als "Pate" stamd irgendwann nur noch auf dem Papier ... Schade!!!

 

  • Ein Farbfernseher von GRUNDIG 1968 ... Farbe mit Echtholz-Gehäuse aus Eiche

    Unser erster Fernseher 1968 ... in toller Farbe natürlich mit Holzgehäuse aus Eiche und vorzüglich geeignet, um darauf Fotos zu stellen und sogar eine Fernsehlampe. Machen Sie das mal bei den heutigen "Flachen".

    Wir blieben GRUNDIG glaube ich eine Weile treu und auch Mutti hatte später nach dem Tod von Papa 1972 noch so einen. Damals war man eben treu.

  • Der Verkupplungsversuch mit Helga durch Tante Agathe war letztendlich fehlgeschlagen

    In der 2. Hälfte der 1960er Jahre war auch die Zeit ge-kommen, wo sich der "Bub" von Heintje und Co. verab-schieden durfte und der Beat im Wohnzimmer der Diesing`s Einzug hielt. Ab und zu tauch-te sogar ein junges Mädchen auf ... von irgendeiner Tante geschickt, um mich kennen zu lernen. Aber Hallo Tante ... die Erstbeste wollte ich auch nicht gleich ...oder?
    Mutti schien Helga zu gefal-len, also Helga Mutti meine ich.

  • Mein Vater und Oma Lenchen Mitte der 1960er Jahre ...im Wohnzimmer mit geblümter Tapete und Stehlampe ... der Weihnachtsbaum war "unecht"

    Hl. Abend vielleicht 1968 ... vor dem Auszug aus dem Peddenkamp und dem Einzug in die Heinrichstraße ... wie bereits berichtet. Oma Lenchen mit Perücke und mein Vater immer mit wei-ßem Hemd und Krawatte.

    An der Wand hinten sieht man eine meiner Lautsprechboxen
    ... die brauchte ich ja für "Beat" und so und hatte auch die Genehmigung ... liberal.

Fernsehen ... Mädchen ... Disco ...Tanzkurs ... und mehr

Nicht dass ich "früher Vater" gewesen wäre ...
hier der Nachwuchs von Ulla und Wolfgang, hier präsentiert von Gitte, meiner jüngeren Cousine

Bereits in den 1950er Jahren hatte ja das Fernsehen auch in der BRD Einzug gehalten ... mit tollen Apparaten, welche die Zuschauer dicht vor die Bildschirme zwangen und eng zusammen zu rücken ... damals also der Fernsehapparat als durchaus soziale Einrichtung. Vor allem auch weil nur wenige so einen Fernseher hatten bzw. sich leisten konnten/wollten. Durch diese Mangelverteilung musste man entweder bei einem Kaufhaus an der Schaufensterscheibe kleben oder zu einem Nachbarn gehen, der so ein Wunderding hatte. Wenn das nun ein Nachbar war mit dem man ... sagen wir mal ... zwischenmenschliche Probleme hatte, dann war es irgendwie schwierig, sich dort einzuladen. Männer hatten es da vielleicht einfacher wenn Fußball war und beide "Kontrahenten" sich auf diesem Bereich einig waren. Frauen waren eher geneigt gemeinsam zu stricken als sich vor diese "Flimmerkiste" zu hocken und vielleicht "Clemens Wilmenroth" beim Füllen seiner Erdbeere zu zuschauen, diesem Ergebnis nächtlicher Grübeleien: "Was mache ich nur mit dieser Erdbeere?" ... so sagte er mal in einem Interview, der "Scheinkoch" des Deutschen Fernsehens. Naja, heute ist jeder zweite ein "Schein-Irgendwas" ... da war die Quote damals noch besser.

Mich als Kind zog es zu nahen Nachbarn Mitte der 1960er Jahre wegen "Peterchen`s Mondfahrt" hin, diesem Kinderklassiker mit der Geschichte um den Maikäfer "Herrn Sumsemann", dem ein Beinchen abhanden kam, dass dann ausgerechnet auf dem Mond landete. Gemeinsam mit Peterchen und Anneliese, seiner Schwester, machten die 3 sich auf die Reise ... zum Mond. Für damalige Drehverhältnisse und den Kameramann eine Herausforderung. Ich glaube 3 Jahre bin ich am ersten Weihnachtsfeiertag zu Tante Christel, um eben diese Mondfahrt mitzuerleben, die natürlich jedesmal gleich ausging ... nämlich gut. Dann hatten wir 1968 unseren eigenen Fernseher ... in Farbe ... siehe auch obiges Bild. Farbfernsehen hatte am 25. August 1967 in Deutschland Einzug gehalten und endlich wusste man, dass zB der Papst an Ostern wirklich ein weißes Gewand anhatte. Früher mußte man raten ... so war das. Und wenn das damals noch herumwirbelnde Fernsehballet auftrat ... da konnte man nun sogar die Hauttöne der "halbnackten" Damen unterscheiden ... sehr zum Vergnügen der Männer. Nun, scharf war das Ganze damals noch nicht so richtig, aber die Schärfe wurde bei solchen Darbietungen durch die Damen ausgeglichen. Ach, übrigens:  "Peterchen`s Mondfahrt" blieb schwarz-weiß.

Mädchen ... ein schönes Thema ... ab einem gewissen Alter ... vorher waren sie eher "doof", irgendwie anders. Und das Mädchen in der Entwicklung den Jungs immer voraus sein sollten, das hat uns eh`mächtig gewurmt. Von meiner Kindergartenfreundin "Gisela" ... Ihr erinnert Euch an die späteren "Doktorspiele" ... über meine "Volksschulfreundin" Hiltrud ... die mich aber gar nicht wollte ... wer kam dann eigentlich??? Da ich mich öfter mit meiner Cousine Gitte "herumtrieb" und ich damals eher schüchtern war ... trotz des guten Aussehens ... ergaben sich soviel Gelegenheiten eigentlich nicht ... oder???

Doch ... auf einer Gymnasiums-Fete (Fete war damals der Ausdruck für "Party" mit Mädchen) ... es war gerade die Zeit der Röhrenjeans und Fransenstiefel ... fiel ich einem Mädchen auf. Sie sagte, ich erinnere sie an den Sänger von "Iron Butterfly", den Doug Ingle, Ihr wisst schon "In-A-Gadda-Da-Vida (Baby". Mann-oh-Mann ... der Hammer. Diese Erinnerung führte dann zum ersten Zungenkuss ... meinerseits. Ja, damals war man nicht so schnell mit der Vergabe eines wichtigen Körperteils an andere ... in den Muuund. Knutschen war aber schön ... auch wenn ich erst dachte: "Was will denn die mit ihrer Zunge in meinem Mund???" Vielleicht habe ich als Anfänger nicht gut genug geknutscht oder sie hat sich noch mal ein Foto von Doug Ingle angeschaut ... wir sind nicht "zusammen gegangen" ... der damilge Ausdruck für eine kurze aber heftige Paargemeinschaft, in der man glaubte: "Ohne Dich kann ich nicht mehr leben ... auf kleinen Fall!" 

Mädchen kennen lernen ... zwangsläufig im Tanzkurs

Das war ja endlich die Gelegenheit, mal anzubandeln oder sich "näher-zu-kommen" ... ich glaube, andere Ausdrücke hatten wir anständigen Jungs von früher gar nicht, oder??? Jedenfalls ... obwohl ich glaube, dass es nicht unbedingt meine Idee war ... landete ich in einem Tanzkurs bei der Tanzschule "Rum-Di-Wupps" in Gelsenkirchen. Der Name will mir nicht einfallen, aber die Schule wurde von Vater und Tochter geleitet und der gute Herr Papa sagte bei Drehungen immer: "Rum-Di-Wupps".

Nun war ja Tanzschule keine Schule nur für`s Tanzen-Lernen ... fast so wichtig war das Erlernen von "Gutem Benehmen" ... Knigge und Co. So verging auch die erste Zeit mit entsprechenden Regeln:

- eine Dame richtig auffordern ... sich dezent zurück ziehen, wenn sie Nein sagt

- eine Dame nach dxem Tänzchen wieder an ihren Tisch begleiten mit einem ganz tollen:

 "Danke Schön, es war zauberhaft" (Gedanken: Du hast mir mächtig auf die Füße getreten du Kuh)

- Tischmanieren:

  Nicht schmatzen, der Dame zur Rechten gehört die ganze Aufmerksamkeit, auch wenn sie

  häßlich ist, gepflegte Konversation wie zB: "Ein schönes Kleid ... ist sicher von C&A!" usw.

 

Wenn man diese Regeln beachtete hatte man schon gewonnen ... man blieb nämlich Junggeselle.

Da die Tanzkurse immer "Damenlastig" waren ... ich meine nicht vom Gewicht her sondern von der Anzahl ... wurden ständig Jungs für neue Grundkurse gesucht. Einerseits eine Last ... andererseits hatte ich damals noch keine feste Freundin, also musste ich diese Gelegenheiten nutzen. Aber auch nach noch so vielen "Rum-Di-Wupps" war es zu keiner jugendlichen Beziehung gekommen ... ich bin mit keiner so richtig "gegangen". Erst bei den "Tanzabenden" außerhalb der Kurse, die von der Schule immer Samstags abends arrangiert wurden hatte es ... für kurze Zeit ... gefunkt ... SABINE!!! 

Bei diesen Abenden standen alle "Kandidaten" an den Seiten des Tanzsaales, sich gegenseitig belauernd, beobachtend oder wie auch immer. Da ... nicht weit weg von mir ... vielleicht 7 Positionen links ... sah ich im Halbdunkel ein Mädchen, blond, schlank (natürlich, welcher Teenager war damals schon dick), schönes Kleid ... und unsere Blicke treffen sich immer wieder!!! Wahrscheinlich erinnerte ich sie in diesem Halbdunkel an "Doug Ingle" von "Iron Butterfly". Ich nehme alles zusammen was ich habe bzw. finden kann und gehe lässig auf sie zu mit einem schönen: "Darf ich bitten?" ... wie ich es gelernt habe ... und sie saght "Jaaahhh". Dieses "Ja" werde ich nie vergessen, wenn ich auch Sabine inzwischen vergessen habe. Die Erinnerung kam erst beim Schreiben wieder. 

Ich hatte Glück ... vom Band lief gerade (glaube ich) "Nights In White Satin" oder so, auf jeden Fall etwas Langsames und los ging`s mit dem schönsten "Stehblues" des Abends ... ach was sage ich ... des Jahres. Slowly ... nur nix kaputt machen beim ersten Mal mit sexuellen Annäherungen und so ... meine Hände glitten deshalb ganz langsam ihren Rücken runter und machten an der ersten Wölbung halt ... ganz Slowly. Weiter nicht!!! Stoppp!!! Gerade nochmal gut gegangen. 

Auch der nächste Song ... wir sagten damals noch Lied ... war langsam ... hatte ich ein Glück. Ich hatte die "Schmuserunde" erwischt. Sie blieb jedenfalls stehen ... ich hatte sie nicht verschreckt. Auf das Lied kam es nicht mehr an sondern auf das "Stehen" beim "Stehblues" ... so langsam können 2 Menschen sich gar nicht bewegen wie Sabine und Ich damals ... alle anderen Paare überholten uns, denn wir schmusten auf der Stelle. Ich wusste gar nicht, dass "Nicht-vorwärts-kommen" einen weiter bringen kann.  

Irgendwann kamen natürlich auch schnellere "Sachen", die wir aber grandios meisterten ... wir blieben beieinander und tanzten "Foxtrott" ... was ja auf die meisten (heute) alten Titel geht. Der "Rock-n`-Roll blieb mir erspart, den konnte ich nicht ... bis heute. Der wunderschöne Abend verging, es war inzwischen dunkel und als Kavalier ... mit Hintergedanken ... fragte ich: "Darf ich Dich nach Hause begleiten?" Und sie sagt: "Jaaahhh!!!" Wieder dieses entzückende "Ja" ... herrlich. Ich schwebte damals mit, ich glaube, 15 Jahren im 7. Himmel und hörte Geigen erklingen ... nee Quatsch ... "Nights In White Satin" ... wohlwissend, dass ich das heute Nacht nicht bherausfinden würde.

Natürlich führte der Weg zu Sabine bzw. ihrem Elternhaus zuerst zur Straßenbahnhaltestelle. Keine Ahnung welche Linie ... auch egal ... ebenso wie die Tatsache, dass ich vielleicht nicht mehr heimfinden würde, in den Peddenkamp 1, in Günnigfeld ... schließlich waren wir hier in Gelsenkirchen. Ich weiß, dass ich hier ein wenig ausschweife ... aber "mein erstes Mädchen Sabine" ... da muss einfach Platz sein in dieser Geschichte. Wir kamen irgendwann ... eigentlich nach kurzer Fahrt, aber mir erschien es endlos mit "Händchen-halten" und so ... in der Nähe ihres Elternhauses an ... noch ein kurzer Fußweg ... Arm in Arm ... das Ende war nahe. In Form eines Abschiedes ... wir knutschten noch ein bisschen unzter der Haustür und verabredeten uns für den nächsten Samstag. Ein "Wiedersehen" ... war ich glücklich. Sie würde dann auch ihre Freunde mitbringen ... "sowieso-und sowieso" ...  damit sie mich kennen lernen sollten. Wie würde ich eine Woche ohne SABINE überstehen ... vielleicht in meinen Träumen ... jede Nacht. Für mich wart der Abschied herzzereißend ... den Heimweg fand ich dann irgendwie ... mit Ärger, versteht sich ... es war spät geworden.

Hier kürze ich dann doch ein wenig ab. Mit SABINE und ihrem befreundeten Paar ging ich sogar zum Abschlussball der Tanzschule "Rum-Di-Wupps" ... ein schönes Erlebnis, aber nicht mehr so intim wie sonst. Zum "Schönsten" oder "Äußersten"  war es nie gekommen ... aus "Väterlichersicht" auch sicher gut so. Warum wir uns dann aus den Augen verloren ... keine Ahnung ... ???

 

DISCO-ZEIT

Noch ein kurzer ... hoffentlich ... Ausflug in die DISCO-Zeit Ende der 1960er Jahre. Da gab es eine Lieblings-DISCO in Wattenscheid-Höntropp, zu weit weg zum Laufen, ein Bus fuhr dort nicht hin ... also brachte mich jedesmal mein Papa mit dsem Auto vor die DISCO-Tür des "King-George" ... so hieß der Schuppen. Mit dabei waren immer Gitte und ihr damaliger Freund Erwin, ein schmucker, großer Bursche mit "Band-Frisur" ... also lange zT gewellte Haare und guuut aussehend. Die warteten mit einer Freundin namens "Marlies" innen in dem Schuppen. Zu meinem Vater hatte ich gesagt: "Ich treffe mich mit Freunden dort" und er sagte beim Absetzen: "Wie heißt sie denn?" Ja, Söhne können Vätern nix vormachen, oder?

Naja, das Kapitel "King-George" war bald erledigt, nachdem sich "Marlies" eher als Pummelchen herausgestellt hatte ... leider nicht geeignet für "Sound Of Silence", dem Dauerbrenner der DISCO.

Von "Verkupplungsversuchen" hatte ich dann die Nase voll ... es sollte einfach nicht sein im zarten Alter von 15 - 18 Jahren ... Jaaa ... damals brauchte es eben etwas Zeit bis zum "1. Beischlaf"

Ende  ... 1973 war es dann soweit ... soviel im Vorgriff ... außerhalb dioeser Memoiren!!!

 

 

 

 

 

  • Ein schöner "Bub" mit 20 ... also 1972 ... reif für das "Zeugnis der Reife" ... siehe Foto nebenan

    Irgendwie schaffte ich es doch, meine Haare dem da-maligen Trend anzupassen ...

    Das mit den langen "Kotelet-ten" löste jedoch ganz schöne Diskussionen aus ... bei Papa

  • Mein erster Führerschein ... den ich heute in dieser Form noch aktiv habe ... gültig bis 2033 ... das sollte reichen

    Im Mai 1970 bestand ich die Fahrprüfung auf Anhieb ...

    ... den "Lappen" bekam ich aber erst zu meinem 18. Geb. ausgehändigt ... darum steht dort als Datum auch: 5.6.70

  • Abitur ... oder "Zeugnis der Reife" 1972

    Mit einer "Ehrenrunde" war das schulische Ziel 1972 end-lich erreicht ...
    ich war reif ... fürs Leben???

    Die Noten waren ... naja ...
    wie bei der "Feuerzangen-bowle" mit Pfeiffer hatte ich in Deutsch keine gute Note ... schreibe aber heute ganz passable Blogseiten ... und sogar ...
    einen Gedichtband ...

    Endlich mal wieder`n Gedicht
    im Gedenken an mein Idol:
    "Heinz Erhardt"

    Vielleicht werden auch die
    "Geschichten aus dem ..."
    verlegt und ein Bestseller???

Abschlusskapitel ... 1970 - 1972 ... denn 1973 verließ ich die Heimat

Weihnachten 1970 ...

Man sieht deutlich mei-ne "Beat-Frisur" und meine herrliche Figur ... aus heutiger Sicht

Ja ... die letzten beiden Jahre meiner Memoiren über Kindheit und Jugendzeit im "Ruhrpott"

Was gibt es da noch zu berichten außer ein wenig Wehmut aber auch Aufbruchsdrang in neue "Gefilde" ... nach Süddeutschland ... nach Karlsruhe.

Gehen wir es an ... die Jahre 1970 - 1972 ...

Durch meinen Vater und seine "Fahrlehrer-Eignung" hatte ich für den KFZ-Führerschein gegenüber anderen einiges voraus. Etliche Stunden als Fahrer auf dem sogenannten "Idiotenhügel", dem Verklehrsübungsplatz, aber auch auf großen Parkplätzen uä machten mich fähig für eine kurze Runde zium Führerschein ... das heißt: Ich kam mit wenig Stunden "Echter Fahrschule" aus ... es waren glaube ich 6-8 Stunden, also sehr wenig. Mein Fahrlehrer sagte bereits bei der erasten Fahrstunde: "Sie sitzen aber auch nicht das erstemal in einem Auto, was???" da hatte er wohl recht!!!

Jedenfalls "erarbeitete" ich mir meinen "Schein", den ich übrigens heute noch "aktiv" habe, im Mai 1970 ... mit 17 Jahren. Ausgehändigt wurde er mir an meinem 18. Geburtstag, am 5. Juni 1970 ... so steht es auch in diesem Dokument.

Anschließend gab mir mein Papa "echten Praxisunterricht" ... er ließ mich in Bochum, Düsseldorf und sogar in Köln herum fahren, bis ich schwitzte und nicht mehr konnte ... nervlich und körperlich!!! Aber damit hat er mich befähigt, ein Auto wirklich führen zu können ... ihme sei Dank. Bis heute nur 1 "selbst-verschuldeter" Unfall ... ausgerechnet mit einem Polizeiwagen auf seiner ersten Dienstfahrt ... kurios was???

Die Jahre 1971/1972 waren geprägt von der Vorbereitung auf mein Abitur oder das "Zeugnis der Reife" ... reif für das Leben???

Gleichzeitig lernte mein Vater für seine Meisterprüfung als "Kraftwerksmeister" in einem Betrieb in Wuppertal, wo er 2 Jahre zuvor eine gute Anstellung gefunden hatte. Verbunden mit dem Nachteil, ein Pendler sein zu müssen ... mit dem Werksbus hin-und-her zwischen Wattenscheid und Wuppertal ... einfache Strecke 40 km, sprich eine Stunde. Es war ihm nicht möglich, die Familie zu einem Umzug nach Wuppertal zu bewegen ... auch ich wehrte mich ... aus heutiger Sicht hatte er es nicht leicht. Eine eigene Familie ohne "Oma-an-der-Backe" blieb ihm versagt ... das tut sicher weh!!! Schmerz lass nach und Alkohol komm!!! Ertränkung der Sorgen ... das habe ich damals nicht verstanden ... heute schon. Sorry Papps!!!

Während ich für mein Abitur lernte half ich gleichzeitig meinem Vater bei der Vorbereitung zur Meisterprüfung, denn so manche Fächer lagen mir durchaus und ich konnte ihm beistehen. Wir waren in manchenm Dingen ein gutes Team und das schweisste Vater und Sohn zusammen ... das was vorher eher versagt geblieben war ... eine schöne Zeit. Ich möchte sie auch aus heutigerv Sicht nicht missen!!!

Kurzum ... er bekam seinen "Meisterbrief" im April 1972 und ich schaffte mein Abitur im Mai 1972 ... ein "Doppelsieg". 

Wenn ich geahnt hätte, das er damals schon so krank war ... Lungenkrebs wegen starken Rauchens ... wie wäre ich ihm dann wohl begegnet ... in unsrem kleinen Team??? 

Zwei kleine "Abitur-Anekdoten" während des schriftlichen Teils möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Ein wesentlicher Bestandteil im Englischunterricht waren sogenannte "Nacherzählungen". Man bekam eine Geschichte, die gar nicht so kurz war, 3 x vorgelesen und mußte den Inhalt gut abspeichern. Dann schrieb man diese Geschichte aus dem Gedächtnis ... sofern vorhanden ... nieder. So auch im schriftlichen Abitur. Herr Mattes, unser Englischlehrer, begann vorzulesen als ich laut lachte und ... ich Depp ... sagte: "Ha, die Geschichte kenn` ich." Das löste bei ihm aber einen derartigen "Lautstärkeanfall" aus, will sagen, er maßregelte mich ... natürlich auf Englisch ... derart, dass ich ganz klein wurde ... groß war ich ja eh nicht. Sei es nun, dass mein Gedächtnis dadurch total verunsichert war oder er meinte, meine Geschichte strenger bewerten zu müssen, da ich sie schon kannte??? Jedenfalls bekam ich nur eine "3" ... Befriedigend. Ich war in Englisch aber mit einem "Gut" eingereicht, dass ich mir nun vermasselt hatte ... Shit Happens!

In Mathematik unter der Leitung von Dr. Cherubim ... der hieß wirklich so, wurde von uns aber "Bim" genannt ... war ich stets ein "Einser" Kandidat. Irgendwie lag mir das, auch wenn es gegen Ende mit "Infinitesimalrechnung" und "Integralrechnung" etwas schwerer wurde. "Bim" war ein dünner, schon damals älterer Herr, immer in einem grauen Anzug mit Krawatte, der "Kette" rauchte  ... kleine schwarze Dinger ... kein Mensch wußte wie die hießen. Oft saß er im Unterricht hinter einer Dampfwolke und dozierte ... heute undenkbar.

Unter einer dieser "Wolken" verkündete er in der Abiturprüfung auch, dass von den drei mathematischen Themen, die er beim Schulamt eingereicht hatte der "Aufsatz über die Mathematik" ausgewählt worden war. Damit hätte selbst er nicht gerechnet. Ich glaube besonders mir fiel die Kinnlade bis zum Boden ... ein "Aufsatz" ... war ich doch in "Deutsch" bei Aufsätzen, diesem "Dialektischen Scheiß" eher nicht so gut oder schlecht bewertet.

Das Ergebnis??? Siehe "Nacherzählung in Englisch", nur dass ich mir hier eine "Eins" vermasselt hatte. "Shit Happens Two"!!!

1972 war aber auch das Jahr, in dem ich mein erstes Auto bekommen sollte ... einen BMW 1800 TII !!! Den hatte mein Papa auf dem "Schrottplatz" aufgetan und für "noch-gut" befunden. Gekauft und dann??? Gemeinsam restaurierten wir die "Schrottkarre" ... einschließlich Einbau eines neuen Motors ... er bekam sogar eine neuen Lackierung, Halogenscheinwerfer und so manches mehr. Das Endergebnis konnte sich sehen lassen ... ein "Super-BMW" mit "Weber-Doppelvergaser" und 150 PS!!! 

Wohlwissend, dass ich als Neuling mit diesem "Geschoss" überfordert wäre, baute er eine "Bremse" ein ... irgendwie schaffte er es, den BMW auf 150 km/h zu begrenzen ... im Nachhinein eine "Gute Tat". Wer weiß was mit einer möglichen Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h  passiert wäre ... Papa, ich danke Dir!!!

Auch im Jahr 1972 bekam ich meinen "Einberufungsbefehl" zur Bundeswehr ... nach Lübeck ... fern von der "Heimat". Eine Vorbereitung der besonderen Art ... hieß es doch Abschied nehmen von Wattenscheid ... vom Peddenkamp ... von meinen "Lieben". Damals noch nicht wissend, dass es auch fast ein Abschied von meinem Vater sein sollte ... jedenfalls so wie ich ihn kannte. Die Monate ab Mai in der "Hanseatenkaserne" in Lübeck ... über 500 km von daheim ... waren geprägt von Sorge um meinen Vater, nicht wissend was aus seiner "Lungentherapie" in einem Sanatorium in  Hemer wird. Die Heimaturlaube waren stets geprägt von Besuchen im Krankenhaus in Bochum, in das er nun verlegt worden war ... keine Chance auf Heilung des Lungenkrebses mehr. 

In Uniform der Bundeswehr ... irgendwie fand ich das würdig für ihn ... verabschiedete ich mich von ihm am 18. Juni 1973 bei seiner Beerdigung. 

Damit schließe ich die ersten Memoiren "Geschichten aus dem Ruhrgebiet"

Im Gedenken an "Tante Lenchen" nur noch ein sogenanntes "Döneken", eine lustige Kurzgeschichte von meinem "Oma Lenchen", die ja Plattdeutsch konnte und das auch immer wieder gerne vernbreitete ... ich hänge eine Übersetzung an ...

Dem Pfarrer werden immer wieder Äpfel aus seinem Garten gestohlen und eines Tages platzt ihm der Kragen ... er nimmt sonntag zur Messe ein Gewehr mit auf die Kanzel. Noch vor der Predigt sagt er: "Ich weiß wer ständig meine Äpfel klaut und ich habe hier ein geladenes Gewehr. Damit ziele ich jetzt auf den Täter ... Da ruft eine Frau aus der dritten Reihe: "Hannes-Pitter duck Dich, der Dunnerkeil, der dript Dich!" Naja, ich glaube eine Übersetzung ist nicht nötig.

Vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung ... die müsste dann heißen:

"Geschichten eines jungen Mannes, der seine Heimat verließ"

Euer

Gerd K.