5 Tage in Dubai

27. Feb, 2017

5 Tage in Dubai

19.02.2017 (Sonntag, Reisetag 6)

11:50 Uhr, wir stehen also mit unserem großen Gepäck am Busbahnhof in Abu Dhabi. Der Taxi-Driver hat uns soeben verlassen, aber wir fühlen uns  nicht einsam, wir haben uns!

Da wir schlau sind, wissen wir, dass die Tickets nach Dubai am Schalter zu kaufen sind. Kein Problem, mit 50 AED (12,50€ für 2 Pers.) sind wir dabei. Die Haltestelle ist nicht weit, der Bus wartet schon. Das Gepäck ist schnell verstaut, der Bus komfortabel und gut klimatisiert.

Wir ergattern 2 Plätze im vorderen Bereich und genießen relaxt die ca. 2 stündige Fahrt. Vorbei an Wüstengebieten erreichen wir gegen 12.45 Uhr das Stadtgebiet von Dubai, die Wolkenkratzer lassen grüßen und gegen 13:15 Uhr die Main Bus Station von Dubai. Unser Bus-Driver aus Pakistan ist überglücklich, als er von mir ein kleines Trinkgeld erhält (1,50 €). Das passiert hier wahrscheinlich nicht oft! Er ist uns anschließend behilflich bei der Suche nach einem WC und dem Taxi-Stand.

Ein bisschen Aufmerksamkeit seinen Mitmenschen gegenüber, auch wenn es nur kleine finanzielle Zuwendungen und ein paar nette Worte sind, lohnen sich halt doch!!!

13:15 Uhr, wir fahren mit dem Taxi zum "Best Western Deira-Hotel" im Stadtteil Deira. Diesen eher alten Stadtteil von Dubai haben wir bewusst gewählt, um ein wenig abseits zu sein von Luxus und Neuzeit. Die Fahrt dauert etwas länger, da wir auf die andere Seite des Dubai-Creek müssen, dieses Meeresarmes des Persischen Golfes, der "neu von alt" trennt.

14:15 Uhr, Ankunft im "B.W.D" (Best Western Deira). Einchecken und relaxen ... was zunächst ein hartnäckiger Reise-Animateur in der Hotel-Lobby verhindern will. Events ...Events ..., günstige Safari .... wir weisen ihn irgendwann schroff zurück, "Wir-unsere-Ruhe-wollen-Du-verstehn?"- Ein eher unschönes Erlebnis, hat sich auch nicht widerholt!

Im "B.W.D" blocken wir 500 AED (125 €) auf unserer MC-Card; für Taxe und Hotelausgaben. So ist es auch easy!

16:10 Uhr, in der Lobby-Bar gönnen wir uns als "Welcome" ein Kaffeepäuschen mit Cappuccino und Opera-Cake bzw großen Donuts. Das erste Mal war auch das letzte Mal: Die Preise im Hotel sind doch eher: "not-amusing", was auch die spätere Inspizierung der Mini-Bar anbelangt. Hatten wir noch in Abu Dhabi den Inhalt der Mini-Bar gefrönt, so wird hier auf der Rechnung stehen: "Mini-Bar, nix benutzt".

18:00 Uhr, wir erkunden die nähere, verkehrlich gut gelegene Umgebung und entdecken direkt auf der anderen Straßenseite die "Warba-Mall", ein kleines Zentrum mit Geschäften und Lokalen, u.a. unserem künftigen "Lieblings-Chinesen-Mr.WOK". Aber zunächst gönne ich mir eine Massage in einem gigantischen Massagesessel a la ECE Karlsruhe, 2 Min für 50 Ct!!! Ach, tut das gut! 4 Minuten gönne ich mir.

Mr. WOK kocht gut, wir probieren alles von der Vorspeise bis zum Dessert und beschließen: Hier bleiben wir!!!

20:00 Uhr, zurück zum Hotel, 5 Minuten, den vollen Bauch ins Bett, 23:00 Uhr Licht aus!

Gute Nacht, Dubai!!! Bis morgen, 20.02.2017, ❤😀👍

 

20.02.2017 (Montag, Reisetag 7)

Guten Morgen, Dubai!!! 😎😃😍

Wetter: bewölkt, aber auch sonnig, bis 23 Grad

09:00 Uhr, Frühstück mit einem sehr guten Buffett, für mich u.a. wichtig: frische Ananas, gutes Müsli, Omlette ... danach ein Zigarillo auf der Raucher-Bank vor dem Hotel.

10:45 Uhr, wir nehmen die Metro zur Dubai-Mall (7 Stopps mit 1 x umsteigen), zunächst die "Green-Line", dann die "Red-Line" ab Haltepunkt 18 "Union". Man soll nicht glauben, was in so eine Metro an Menschenmassen hineingeht. Ich rate Karin, das Frauenabteil (immer das erste Abteil) zu besuchen, da mir die Enge in den anderen Abteilen, 95% Männer, einige Touristen-Frauen, als sehr extrem erschien. Ich sollte Recht behalten: Heringe in der Dose sind nichts dagegen!!! Ich lehne mich gegen eine ca. 50 cm kleinere, dafür um so fülligere "Mama" irgendwo aus Afrika, meine Kamera im Schutz meines Körpers. Umfallen kann ich nicht und wenn, dann weich gegen Mama. Ihr Mann guckt irgendwie komisch, aber das ignoriere ich. Trotz der Massen und der Enge schaffe ich es doch (meine Video-Sucht kommt halt über mich), über die Köpfe hinweg einige Szenen zu filmen. Diesen Zustand glaubt einem sonst keiner!

"Eima Abdegg e Cordimachia: (Die nächste Station ist:) Burj Khalifa, Dubai Mall" 

Dieser Auspruch, den wir im Laufe der nächsten Tage sehr oft hören sollen, hat sich in Lautschrift bei mir eingeprägt. Wael sagt zwar, es stimme nicht so ganz, aber irgendwie bin ich stolz auf mein Arabisch.

Na also, endlich raus und das waren nur 7 Stopps. Am Mittwoch erwarten uns Richtung Dubai Marina "20" !!! Allah sei mit uns""!!"

Der Weg in die Dubai Mall, dem größten EKZ der Welt (ist es noch so?) ist überdacht, aber laaang. Mit den Rollbändern brauchen wir geschätzte 15 - 20 Minuten zum Eingangsbereich. Dabei sehen wir, dass schon wieder angebaut wird. Es sind zwar schon über 1.200 Geschäfte, aber vielleicht fehlen ja noch einige Filialen von ALDI oder LIDL. Endlich ist es nicht mehr weit zum nächsten Ausgang am Dubai-Lake, dem großen künstlichen See im "Aussenhof" der Mall, dem sich auch der Komplex des "Burj Khalifa" (Turm Khalifa) anschließt, das mit 848 m (zweit)-höchste Gebäude der Welt, denn ich glaube irgendein Spinner hat den langjährigen Rekord schon wieder gebrochen. Wir gönnen uns ein gutes Eis für 50 AED (12,50 €/2P), genießen die gute Luft am Lake und gehen einer unserer Lieblingsbeschäftigungen nach: Leute beobachten (und heimlich einige Motive mit der Kamera einfangen, Psst!!! Nicht weiter sagen).

13:30 Uhr, wie geplant sind wir mit 30 minütigem Vorlauf am Eingang zum Burj Khalifa, um in 60 Sekunden auf 452 m (124 Stockwerke hoch) geschossen zu werden. Der einzige Schalter dort, besetzt mit 4 netten Service-Leuten, ist gleichzeitig für die, die schon ein "Online-Ticket" haben, es aber noch gegen ein "richtiges" tauschen müssen und für die, die sich erst ein Ticket kaufen möchten!!! Das ist arabische Logik, müsste mal germanisch überarbeitet werden. Die 30 Minuten reichen gerade so, dass wir unseren Lift ab 14:00 Uhr erreichen könnten. Könnten!!! Beim Security-Check will man mir mein Richtmikrofon, das auf der Videokamera steckt, abnehmen: "Not allowed, not allowed!" Mein: "Give me the reason, why" erzeugt ein: "Not allowed, not allowed!" So geht das eine Weile hin und her; eine sehr nette Dame überzeugt mich endlich durch ihre Schönheit und ich folge ihr zu den Schließfächern für mutmaßliche Terroristen mit subtilen Mikrofonen. Ich erhalte eine Nummer: "Widersehen macht Freude" möchte ich sagen, fällt mir aber spontan auf englisch nicht ein und so reihe mich wieder in die Lift-Schlange ein. Karin haben sie inzwischen ihr Mini-Feuerzeug gefilzt, meines ist auch futsch, aber wir sind gegen 14:15 Uhr im Lift, gemeinsam mit vielen Menschen, auch verschleierten Frauen, denen die männliche Nähe hier anscheinend nix ausmacht (Allah sei mit ihnen). 

Sesam öffne Dich!!! Schon flutschen die Türen des schnellsten Liftes der Welt auseinander und wir werden nach aussen gepresst und uns überlassen. Hier können wir nun 1 1/2 Stunden verweilen, soviel haben wir "bezahlt". Es soll sich heraus stellen, dass man sich nach 30 Minuten fragt: "Was mache ich jetzt bloß mit dem Rest der Zeit?" Der Ausblick aus dieser Höhe ist ebenso gigantisch wie an diesem Tag entäuschend, da die Sicht durch den bedeckten Himmel und den Dunst in die Ferne doch stark eingeschränkt ist. Zunächst jedoch fasziniert die Aussichtsplattform, der fast senkrechte Blick hinunter und die Vielzahl der Nationen, die sich dieses Schauspiel antun. Wir machen Fotos und Videos, so gut es geht, in der Hoffnung, dass der PC sie dann verbessern möge, sind nach 30 Minuten für den nächsten Bereich bereit. Der Plattform schliesst sich, wie könnte es anders sein der Souvenir und Foto-Shop an. Hier kann man sich als Single oder Family ablichten lassen, in verschiedener Pose, vor einer Art "Black-Box". Die Fotos werden dann nach Wunsch mit Hintergründen des Burj Khalifa gemixt und es entstehen, zugegebenermaßen, erstklassige Collagen, die leider aber auch ihren Preis haben: Für 2 DIN A 5 große Fotos in einer Exklusivmappe ist man umgerechnet 60 € los. Ich bin bei so etwas eher ein bisschen zurückhaltender oder geizig? Man möge es mir nachsehen!

Die Füße tun weh, Sitzgelegenheiten sucht man vergebens, irgendwann ist 1 Stunde um, ich habe zum 3. Mal den Shop durchstreift und doch nichts gekauft und bald machen wir uns auf dem "Heimweg" per Warteschlange und Lift abwärts. Meiner Ansicht nach wird der Besuch "At The Top" des Burj Khalifa etwas überbewertet und ist mit 36 €/pP auch nicht ganz billig.

Tipp:

Man wähle, so verfügbar, einen Tag mit guter Sicht und die Übergangszeit ab ca. 16:30 Uhr. Dann hat man sowohl die Tagessicht als auch den Blick am Abend auf die Glitzerness des Dubai Lake !!!

Wir jedenfalls sind um 15:30 Uhr heil wieder unten und genießen noch für einige Zeit die Mall, Kaffee und Croissant, Shoppen-Gucken und Leute beobachten. Um:17:45 Uhr finden wir uns am "Lake-Ride", der Abfahrtstelle der "Rundfahrt" über den Lake mit unmittelbarer Sicht auf die wirklich tollen und gigantischen Wasserspiele ein. Die Tickets hatte ich morgens noch schnell per Internet für 18 € gebucht und ich muss sagen, es lohnt sich. Vom Wasser aus hat man eine schöne Sicht auf die Aussenfassaden der sich an den Lake schmiegenden Gebäude und das Schauspiel der sich zur Musik bewegenden Fontänen ist schon eine "Reise" wert.

Wir warten insgesamt noch 2 "Wasserschauspiele" ab, die alle 30 Minuten ab 18:00 Uhr stattfinden, um in den Genuss der glitzernden Dunkelheit zu gelangen und wenden uns dann profaneren Dingen zu wie der Suche nach einem schönen Restaurant am Dubai Lake. Das ist nicht schwierig, da sich hier ein Lokal ans andere reiht. Wir haben Lust auf Pizza und "California Pizza Kitchen" mit schönem Blick auf den Bereich des Dubai Lake kommt wie gerufen. 2 Pizzen, unser geliebter Lemon-Mint, Erholung und die märchenhafte Atmosphäre in der Dunkelheit lassen einen schönen Tag ausklingen. Wenn da nicht um:

20:00 Uhr die Rückfahrt mit der Metro wäre, die um diese Zeit immer noch fast so voll ist wie am Morgen!

21:00 Uhr, wir sind wieder im Hotel, ein anstrengender Tag geht zu Ende. Noch Fotos und Videos sichten und um 23:30 Uhr Licht aus!

Gute Nacht, Dubai! Bis morgen, ❤💋👍

 

21.02.2017 (Dienstag, Reisetag 8)

Guten Morgen, Dubai! 

Wetter: bedeckt mit zunehmenden sonnigen Abschnitten, ca. 25 Grad

Heute nachmittag steht ein besonderes Event an: "Wüstensafari und Barbeque-Grill im Beduinencamp" ab 15:30 Uhr. Da gilt es, den Vormittag zu nutzen, sprich: zu relaxen, Foto und Video zu checken ..... und ... und.

Ich bin bereits ab 07:30 Uhr wach und auf Motivsuche vor dem Hotel, was ich mit einer halben Cigar aus der Abu Dhabi Mall versüße. Die ersten japanischen Reisegruppen sind schon wieder im Aufbruch, ich bin ihnen nicht böse! Ich genieße das hektische Treiben an dieser gigantischen Kreuzung, viele Menschen hetzen wie bei uns auch zur Arbeit und ich bin froh und dankbar Pensionär zu sein: Ein Zug aus meiner Cohiba-Zigarre unterstreicht das würdevoll!

09:30 Uhr, wir frühstücken mit vielen östlichen Nachbarn aus dem Land der aufgehenden Sonne, die den Frühstücksraum doch sehr beleben. Heute nehme ich Kontakt auf zu "Guten-Morgen", einer jungen Servicekraft, die diesen Aufdruck auf ihrer Schürze trägt. Shigiun kommt aus China und bewundert meine Videokamera. Auch sie möchte dieses Hobby intensivieren, hat gerade erst begonnen. Mit meinem exzellenten Englisch sowie Händen und Füßen gebe ich ihr (wertvolle) Tipps. Dann müssen natürlich Selfies her, meine Visitenkarte tauscht den Besitzer und mit einem: " I will Follow you!" habe ich einen weiblichen Fan gefunden. Da Karin und ich uns nicht einig sind, ob Shigiun wirklich weiblich ist, mache ich den Rückentest. Ich streiche ihr!, denn ich bin fest von ihrer Weiblichkeit überzeugt, über den Rücken, als wir gehen und: Bingo!!! BH vorhanden, Wette gewonnen.

Da wir heute Vormittag nichts besonderes vorhaben, schauen wir uns mal den SPA-Bereich des Hotels an, dauert aber nicht lange. Kleine Räumlichkeiten und ein winziger Pool, beseelt von sehr schlechter Luft! Wir bedanken uns höflich für die Führung und erkunden die Freiluft-Bar im 1. OG. Na, das ist doch mal einen abendlichen Abstecher wert, denn sie öffnet erst um 18:00 Uhr, dann aber für die ganze Nacht. 

Nach einigen Vorbereitungen an unserer Ausrüstung für die Wüstensafari, Beruhigungsmittel und Kotztüte einpacken, Verbandskasten prüfen 🤪.....🤒 ich bastel mir noch eine Sonderkamera, eine Mischung aus ActionCam und normaler Videokamera, denn ich möchte diese Wüstenfahrt in allen schrecklichen Details festhalten, wenden wir uns gegen 12:00 Uhr der fernöstlichen Küche zu und gehen zu Mr. WOK in der nahen Warba-Mall. Kleiner Imbiss, anschließender Lemon-Mint und eine 4-Minuten-Massage im Fitnesssessel (hat der wirklich so viele "s"?) runden das Mittagsprogramm ab. Auf unserer Suite 415 gehen wir dann noch für 1 Stunde in uns, ob wir wirklich in die Wüste wollen, Zeit zum Absagen wäre noch. Aber 126 € wollen schließlich ausgekostet sein und ich bin sowieso gespannt, Karin eher an-gespannt.

14:45 Uhr, wir finden uns in der Lobby ein, innerhalb der nächsten 30 Minuten sollen wir von Mr. Desert-Driver abgeholt werden. In dieser Zeit schleicht Mrs. Lobby-Café immer wieder um uns herum, in der Hoffnung, sie könne uns wieder teuren Kaffee und Kuchen verkaufen. Wir sind intensiv mit uns und der Aussicht nach draußen beschäftigt und bemerken es irgendwie gar nicht. Nicht mit uns!!!

15:15 Uhr, ein schneeweiß-gekleideter Beduine stürmt in die Lobby und erlöst uns. Es geht los!!! Wir nehmen in einem gigantischen 8-Sitzer-Jeep Platz, der Beifahrerplatz ist leider schon belegt und mit quietschen Reifen zeigt uns "Burschid", so heißt unser Fahrer, gleich, was er drauf hat. Nachdem wir noch 2 junfe Frauen abgeholt haben sind wir vollzählig. Auf der Rückbank erklingen deutsche Töne, die 2 sind Studentinnen aus Stuttgart auf dem Weg nach Seoul mit 3-Tage-Zwischenstopp in Dubai. Burschid hat gleich ein besonderes Interesse an dem jungen Zuwachs, wie sie heißen und so. Da wir Mitte 60 sind, fragt er uns nicht. Dafür kotzen wir ihm vielleicht den Jeep voll, wer weiß!!!???

Die Fahrt bis zur Wüste ist eher belanglos, auch der Tankvorgang nicht weiter erwähnenswert, wäre da nicht die Begebenheit gewesen, dass Burschid nicht nur zum Tanken angehalten hat, sondern auch in einem kleinen Gebetsraum verschwindet!!! Vielleicht ist die Tour ja doch gefährlicher, als wir denken. Ich nutze die Gelegenheit, mit meinem letzten Papiertaschentuch die Scheiben zu putzen, um klarere Videoaufnahmen zu erhaschen. Da ich doch eher sozial eingestellt bin reinige ich die Scheiben der anderen auch, was sie mir danken, mich aber nicht entlohnen!!! Vor dem einzigen Klo der Tank-Rast-Anlage ist die Warteschlange nicht  mehr groß, Burschid betet noch !!! , also lassen wir unsere inneren Ängste in flüssiger Form noch mal ab, sicher ist sicher.

Von der Straße, die immer mehr mit Wüstensand bedeckt ist, den der Wind hierher trägt, geht es nun ins Gelände, zum ersten Treffpunkt von 32 Jeeps. Wir bekommen einen kleinen Vorgeschmack, was uns in den Wüstendünen erwartet (meinen wir). Meine Frau Karin lässt ihre ersten Schreie fahren, es sollen weitere folgen.

Zur besseren Steuerung, Bodenhaftung oder damit wir nicht einsinken wird aus allen Rädern Luft abgelassen. Sehen tut man nix, aber die Wirkung wird sich hoffentlich einstellen. The Sun is coming up!!! Ein herrliches Bild, wenn die Wüste von der späten Nachmittagssonne beleuchtet wird und der Sand seine Farbe ins Rötliche wechselt. Ich glaube, uns steht eine tolle Tour bevor. Wir haben 15 Minuten Zeit, die Umgebung zu erkunden und "Mr. Spiderman", einem leicht Verrückten, der auf seinem Quad im Kostüm durch die Dünen knattert und ab und zu waghalsige Touris auf seinem Gerät mitnimmt. Ansonsten dreht er allein lautstark seine Runden, mal auf 4, mal auf 2 Rädern oder im Stand auf den Hinterrädern und erwec kt so Aufmewrksamkeit. An Umweltschutz oä denken wir im Moment nicht, das machen wir daheim wieder. In der Ferne sieht man die vorige Gruppe Jeeps ihre Auf-und-Ab-Runden durch die Dünen ziehen, mal sind sie zu sehen, mal sind sie abgetaucht, ein Anblick, der neugierig auf unsere Tour macht und gleichzeitig Schmetterlinge im Bauch erzeugt. Der Mageninhalt wird doch wohl halten? Burschid hat uns vorsichtshalber schon mal instruiert, wo sich die Kotztüten im Jeep befinden. Die 15 Minuten sind vorbei, wir hasten wieder die große Düne herunter, besteigen den Jeep, Burschid wartet schon mit wechselndem Gas. Ich schaffe es gerade noch, meinen alten Body samt Videoausrüstung in den Jeep zu hieven, als er auch schon losbraust; anschnallen muss während der Fahrt erfolgen. Wenn ich nur diesen verdammten arabischen Schlitz finden würde. Jedes mal habe ich Probleme, ihn richtig zu plazieren, den Gurt. Karin hilft mir!

Burschid legt flotte orientalische Musik in den CD-Player und dreht voll auf. Meine Gedanken schweifen zur "Cranger Kirmes" ab, dem größten Volksfest in Nordrhein-Westfalen. "Happy Sailor" nannte sich dort die Foltermaschine, mit der wir gefühlte Stunden fuhren. Früher hieß das Berg-und-Talbahn, war aber nur annähernd so explosiv. Ich denke also an die ersten Momente dieser Fahrt im letzten August, als ich schon bald "wieder nachhause" wollte, besonders mein Magen. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es mir heute ähnlich ergehen soll. Aber ich bin ja abgelenkt durch den festen Willen, tolle Videoaufnahmen mit heim zu bringen.

Dazu habe ich mir meine ActionCam auf das linke Handgelenk geschnallt, um vorne raus filmen zu können. Stabilität verschafft mir (nicht immer) das Festhalten an der Rückenlehne meiner Vorderfrau.In der rechten Hand halte ich meine große Canon G 30, um damit seitlich aus dem Jeep filmen zu können. Ach ja, eingeklemmt im Sicherheitsgurt läuft noch der Voice-Recoder, der den Live-Ton während der Fahrt komplett aufzeichnet. So gewappnet kann es losgehen! Und wie es losgeht. Die ersten Dünenlandschaften werden gemütlich genommen, wie eine Achterbahn, die langsam in Schwung kommt. Mein Blick schweift immer zwischen ActionCam und Canon G 30 hin und her, den Voice-Recorder überlasse ich sich selbst. Bald spüre ich schon, dass das ganz schön anstrengend ist, die Konzentration auf 2 Monitore. Gegen Ende der Fahrt soll mir die Konzentration vom Kopf in die mittleren Körperregionen, sprich Magen, fahren. Wo ist nochmals die Kotztüte?

Jetzt legt sie richtig los, die Karawane aus 32 Jeeps! Wie ein Lindwurm pflügen wir uns durch die Dünen, oft an der Grenze des schrägen Abrutschens, was überwiegend Karin zu Kommentaren veranlasst wie: " Oh Jesses, oh Jesses." Oder: "Maria und Josef, jetzt schafft er`s nicht mehr. Wir kippen!" Ich freue mich schon jetzt auf den Originalton dieser Fahrt. Wir anderen sind da eher cooler: "Ok, no Problem", "Wonderfull, great Pleasure", "Burschid, you are the best driver, you get 5 *****". Mulmig ist allen, aber kotzen tut niemand, soviel vorweg.

Wir passieren einen Jeep, der mit Räderschaden liegen geblieben ist. Naja, die Statistik ist somit erfüllt, uns hat es (noch) nicht getroffen. Alle winken der armen Sau von Fahrer zu, der nun auf einen "Abschleppwagen" warten muss. Eine eher sanfte Dünenlandschaft verschafft Kopf und Magen wieder eine Erholungspause, ehe es in die 2. Runde geht. Glaubten wir, das Schlimmste sei überstanden, so wurden wir eines Besseren belehrt. Einen Tick mehr "Highway To Hell" hatte Burschid schon noch drauf! Dabei lenkte er nur mit der linken Hand, der Jeep verfügte über eine Super-Servolenkung, die Rechte war an der Handbremse. Manchmal klingelte auch sein Handy und wir beteten, dass er nicht rangehen möge. Zugetraut hätten wir es ihm. Mein Magen war nun doch durch die o.g. Anstrengungen etwas in Mitleidenschaft gezogen und ich hoffte doch intensiv auf ein baldiges Ende der Fahrt, so "Wonderfull" und "Great" sie auch war. Schei..  auf gute Videoaufnahmen!

Nach einem letzten "Düne-runter-und-gleich-wieder-hoch"-Manöver und einem abrupten Abbremsen-müssen, der Vordermann hatte das Gleiche getan, sehen wir das Ende der Fahrt in Form eines Treffpunktes vor uns. "Halleluhjah", "Allah sei Dank", "Vater Unser ......"!

 

Tipp: "Wüstensafari unbedingt buchen, es gibt nichts Schöneres!"

 

Für mich ist es ein gutes Zeichen, dass die Fahrer mit ihren mobilen Pumpen den Jeepreifen  wieder Luft zukommen lassen, damit ist die letzte Unsicherheit, die Fahrt könnte doch noch weiter gehen, beseitigt. 20 Minuten Aufenthalt. Es ist ca. 18:00 Uhr, die Sonne kriecht hinter einer vorletzten Wolke hervor und beschert noch herrliche Foto- und Videomotive. Zur besseren Übersicht kraxelt Karin, der Spur anderer folgend auf die nächste Düne. Das letzte steile Stück ließ sie dann in die Knie gehen, mehrmals, bis hin zum endgültigen Fall. Da ich mit meiner Videokamera immer auf der Suche nach geeigneten Motiven bin und die Augen dafür stets offen habe, sehe ich dieses Malheur eher gelassen. Ihr wird auf der Dünenkuppe von unseren Jeep-Mitinsassen auf die Beine geholfen, na also, geht doch! Die Hilfeleistung  verzögerte sich etwas durch die Tatsache, dass diese zunächst ihr "Sonnenuntergands-Selfie" beenden müssen. Die Gefallene bemerkt leider, dass sie gefilmt wurde und zeigt mir einen zarten weiblichen Finger. Mit der Videocamera in der Rechten erklimme ich den Sandhügel im Sturm .... bis zu der Stelle, die auch meiner Frau zum Verhängnis wurde. Den Rest kann man auf insgesamt 3 sehr schönen Fotos anschauen!

Oben angekommen genießen wir die herrliche Aussicht und die Tatsache, dass seitlich ein sanfter Pfad auf die Anhöhe geführt hätte, so sanft, dass uns das peinliche Hinplumpsen erspart geblieben wäre. Der vorbereitete Trampelpfad lud uns einfach zum nachahmen ein, Herdenreflex! Burschid ist mit Reifen aufpumpen fertig, hat sich mit seinen "Scheich-Kollegen" ausgetauscht und pfeift: "Come on, BBQ is waiting. Camels are waiting!" Wir nehmen den altersgerechten Weg und kommen heil unten an. Noch sind nicht alle da, nicht alle Selfies gemacht. Auch ich muss mich noch schnell mit meiner Cohiba-Zigarre im Vordergrund und der Wüste im Hintergrund ablichten. "Albania" und ihre Freundin sind die letzten. Wir hieven unsere Körper wieder in den hohen Jeep, ächz! Burschid gibt Gas, nicht ohne vorher gefragt zu haben: "Everybody ok? Albania ok?" Er kann es nicht lassen!

Nur ein kurzes Stück Wüste, gut ausgebaut, was unseren 5*****-Driver daher nicht reizt. Bald befinden wir uns auf der Straße, die durch Sandverwehungen zT. aber recht abenteuerlich aussieht. Die Jeeps geben sich hier noch ein kurzes Rennen, ehe es rechts erneut in die Wildnis geht. Wer erwartet hat, dass das Camp wie ein Rasthof an der Straße liegt ist enttschäuscht. Karin nicht, kann sie doch noch einige Kreischer loswerden, was Burschid wohlwollend belächelt. Nach einigen Kurven sagt er:"Leftside are the Camels. Rightside is the BBQ." Tatsächlich tuen sich links einige Kamelfreigehege auf und auf der anderen Seite erahnt man ein Camp. Beruhigend noch zu wissen, dass:"Camels are for Riding, not for BBQ". Ein letzter Formel-1-Schlenker vor dem großen Tor des Camps und wir reihen uns in den bereits vorhandenen Jeep-Park ein. Let's Go out!

Inzwischen hat die Sonne mit ihren letzten Strahlen den Wüstensand gewärmt, das Camp erwartet uns mit einer leicht zauberhaften Beleuchtung, die versucht, das rötliche Ambiente des Nachmittags zu erhalten. Mich überrascht die Weitläufigkeit der Anlage. Stände mit Handwerk wechseln sich ab mit Tee & Kaffee-Ausschank, auch alle anderen Getränke sind zu haben. Softdrinks sind im Preis enthalten, für Alkohol muss man zahlen. Burschid spielt Platzanweiser und  erläutert uns in seinem "Guide-Englisch" kurz und knapp die weitere Abfolge: "Erst Toilet, links, dann Getränke, hinten. Vorspeise bei Männer am Grill, dann setzen. Wenn BBQ fertig, alle gehen zu Warteschlange. Buffet ok. Nach BBQ 🍗 Bauchtanz-Show und drehender Derwisch. Nach Show Treffen am Jeep, zurück zu Hotel, alles klar?" Alles klar, Burschid und schon ward er nicht mehr gesehen! Wir 6 sind auf uns gestellt; wie war das noch ? erst Toilet links, aha, alle marschieren in die gleiche Richtung. Neben dem WC ist der Tee und Kaffeeausschank, nachfüllen ist angesagt. Heißen Tee zu bestellen erweist sich als Fehler, da er wirklich heiß ist und Karin und ich lange rumstehen müssen, bis die Becher leer sind. Der Nachbarstand bietet diese Sandgemälde in Glas, ihr wisst schon, die einen faszinieren und gleichzeitig nachdenklich machen, wie man sie heim transportieren soll!?

Mein einziger Souvenirwunsch ist ein weißes gehäkeltes Käppi, eine Mischung aus arabischer Kopfbedeckung und DJ-Ötzi-Look. Leider gibt es nur die einfachen, die maschinell gestrickt, aber eben nicht gehäkelt sind. "Geschüttelt, aber nicht gerührt". Das lässt mich an die Getränke denken, der Stand befindet sich am anderen Ende der Anlage, aber zumindest nahe des Vorspeisengrills. Die Teller sind vorbereitet, was man bekommt wird man "erbeissen" müssen, es ist in Fladen eingewickelt, riecht aber gut. Unser Platz ist noch frei, in Germany wäre er das vielleicht nicht, da er nahe der Bühne ist. Vielleicht lägen auch schon Handtücher drauf!? Aber hier herrscht Ordnung. Der Fladen und die Beilagen schmecken recht gut . Ich überlege, ein 2. Mal zu gehen; ob die Teller wohl abgezählt sind und man mich wieder erkennen würde? BBQ 🍗 ist noch nicht fertig! Da kommt auch Karin und aus ist es mit Nachschlag fassen. Es ist aber auch lecker! 

Von irgendwo her kommt dann endlich die Nachricht: "BBQ is ready".  Gelassen, aber rasch reihe ich mich in die nicht allzu große Warteschlange ein. Aus praktischen Gründen stecke ich mir Besteck und Serviette in die Jackentasche, um 2 Hände für 2 Teller frei zu haben, denn ich beschließe nur 1 mal zu gehen. Ich möchte ja nicht auffallen. Vom Besteck soll ich den "silbernen Beduinenlöffel" später nicht benötigen, er gerät daher in Vergessenheit (über das Camp hinaus bis zu Tina und Wael). Ich schwöre, ich wollte ihn nicht stehlen! Lasst meine Hand bitte dran! 

Was soll ich sagen, das Essen 🥘 vom Buffett mit reichlich Fleisch, als Spieß und in anderer Form ist köstlich, ein Lob der Küche! Softdrinks kann man nachholen: "The Show begins" . Zunächst quält eine Art Bauchtänzerin doch sehr unsere knapp bemessene Zeit, zwar in 3er-lei Kostüm, aber immer gleich langweilig. Ich filme zwar, weiß aber schon, dass "Leila" (so nenne ich sie) nicht in meinem Film landen wird, dafür ist "Made in Germany" schließlich ein Markenzeichen das es zu schützen gilt! Der anschließende Derwisch ist schon besser. Immer wieder faszinierend, wie die Burschen nach soviel Drehen wie eine "1" stehen. Warum sind das eigentlich immer Männer? Mit dem Schlussakkord der leicht verzerrten arabischen Musik beginnt fast schlagartig der Aufbruch. "Treffen bei Jeep", war die letzte Instruktion von Burschid. Er wartet schon. Wer nicht kommt sind "Albania" und noch 3 andere unserer Safari-Begeisterten. Sie warten am Platz auf Burschid. So gut waren seine Instruktionen also doch nicht. Irgendwann sind wir vollzählig und unser 5*****-Driver genießt das Stück Wüste bis zur Straße in der Dunkelheit. Karins Kommentar: "Jetzt übererholt er auch noch!" 

Auf dem Weg zum Hotel versucht er es ein letztes Mal: "Hey Albania, Go dancing?" Leider muss der Arme heute ohne weibliche Begleitung auf was für eine Party auch immer, verliert aber nicht seine gute Laune, was sich positiv auf unsere heile Rückkehr auswirkt. Da wir fast als erste abgeholt wurden, werden wir auch als erste wieder am Hotel abgesetzt. Vielleicht liegt es aber auch an unserem Alter, es ist inzwischen Bettzeit! Der Jeep🚙 braust davon, schöne Stunden liegen hinter uns und das meine ich nicht ironisch. 

Gute Nacht, Dubai! Bis zum Mittwoch! ❤️

22.02.2017 (Mittwoch, Reisetag 9)

Guten Morgen, Dubai! 😍🤓😎

Wetter:bewölkt/sonnig bis 25 Grad

Inzwischen , wie über Nacht, sind mehrere Reisegruppen eingetroffen und der Frühstücksraum gleicht vom Lärmpegel her einer (japanischen) Bahnhofshalle. Da zieht es mich doch schnell nach draußen, um vor unserem Tripp nach Dubai Marina noch einige Motive mit der Videokamera einzufangen, was mir auch glückt. Meine Cohiba begleitet mich dabei. Um 10:15 gehen wir Richtung Metro-Station "Al Baker", in der Hoffnung, dass wir die heutigen insgesamt 18 Stationen gut überstehen werden (siehe: Metro-Erlebnis 21. Februar). Aber wir sind schlauer geworden. In der Dubai Metro gibt es als 2. Waggon einen "gemischten", das heißt, er trennt in der Mitte Männlein von Weiblein. Die Trennung wird durch eine fette Linie und mehrere Hinweise unterstrichen und fast auf den Zentimeter eingehalten. Der Einstieg in dieses Abteil ist wesentlich entspannter und das Platzangebot für die Herren etwas großzügiger. Bald hat meine Frau einen Sitzplatz direkt an der "Grenze" und als neben ihr eine Araberin einen Platz freigibt schubse ich sie ein Stück und setze mich mit Unschuldsmine auf den Frauenplatz neben der Linie. Meine Kamera mit Stativ und ein Fuß neben im Männerbereich Platz, als Alibi. So überstehen wir die längere Fahrt nach Marina doch sehr gut. Eine Videoüberwachung mit Selbstschussanlage gibt es nicht, auch ich erreiche die Station "Dubai Marina" lebend.

 

Nebenbei lerne ich auf der Fahrt arabisch. Jede Station wird zunächst auf arabisch und dann auf englisch angekündigt. "The next Station is ..." heißt (in meiner Aussprache): "Eima abdegg e cordemachia ..." , oder so ähnlich. Wenn Sie das insgesamt 36 mal hören prägt sich das einfach ein. Ich bin stolz! Wael bremst später meinen Stolz, so würde es nicht unbedingt heißen, na ja, ich bleibe dabei, da es auf meiner Festplatte so gespeichert ist: "Eima Abdegg e cordemachia ... (basta)".

 

Uns erwartet der "schönste" Teil Dubais, in den wir uns schon 2016 verliebt, aber zu wenig Zeit für diese Liebe hatten. Zwischen Wüste und Meer gelegen, mit einem 4 km langen künstlich angelegte Kanal, müssen Sie unbedingt einmal Luftaufnahmen davon (youtube) anschauen. Es erwarten Sie ca. 200 Wolkenkratzer, zT über 300 m hoch und eine fantastische maritime Atmosphäre. 

 

Das Morgengebet vieler Araber hatte auch einen positiven Einfluss auf das Wetter. Die Sonne setzt sich an diesem Tag meist gegen eine eher mittlere Bewölkung durch und beschert uns günstige Rahmenbedingungen für Marina. 

 

Stößt man, von der Metro kommend auf den zentralen Yachthafen und wendet sich nach rechts, so erreicht man bald die Anlegestelle von "Captain Jack", einem Boottour-Anbieter, der erstens gut und zweitens günstig ist. Sie können auch teure Privatboote (bis 200 €/pP) mieten, aber dabei sehen Sie auch nicht mehr, bekommen aber statt eines Softdrinks vielleicht ein Gläschen Champagner und die "Yacht" ist einen Tick weißer und größer. Wir jedenfalls zahlen für unsere erste geplante Bootstour 30 €/pP. 75 Minuten sind wir unterwegs und schaffen es in dieser Zeit bis zu "Burj al Arab" und "Hotel Atlantis" mit ausgiebigen Fotostopps. Dabei dreht "Captain Jack" ganz ordentlich auf und so mancher von ihm gewollte Schlenker gibt dem Boot doch eine beachtliche Schräglage. Mal links, mal rechts, damit jeder der 6 Bootsinsassen in diesen Genuss kommt. Selfies bei den Highlights "Burj al Arab" und "Hotel Atlantis" braucht man nicht zu machen, der Kapitän lichtet auf Wunsch Jeden vor diesen herrlichen Kulissen ab, ob mit Handy, Fotoapparat oder auch Videokamera. Soviel Zeit muss sein! Die 75 Minuten reichen dann noch gut für die "Umrundung von "Palm Island Jumeirah" und eine Fahrt entlang der gigantischen Skyline von Dubai Marina, ehe der Yachthafen (leider) wieder unser Endziel ist.

 

Seeluft macht hungrig, uns zumindest, also schlendern wir gegen 13:30 Uhr die Strandpromenade entlang, an der sich die Restaurants wie an einer Perlenkette aufreihen. Wir lassen uns vom "Animateur" eines afghanischen Lokals überzeugen und sollen es nicht bereuen. "Al Kabab Al Afghani" macht uns zufrieden. Der geliebte Lemon-Mint ist superfrisch und angenehm sauer, der "kleine" Salatteller von Karin passt kaum aufs Foto und mein Fleischspieß-Gericht schaffe ich auch nicht. Wir werden zuvorkommend bedient und freundlich entlassen, in der Hoffnung, dass wir uns Wiedersehen.

 

Der Nachteil aller Restaurants sowohl in Abu Dhabi als auch in Dubai ist die jeweils fehlende lokale Toilette. Aufs Klo kann man nur in einem der zentralen öffentlichen WCs, die man aber erstmal finden muss, denn so gut ausgeschildert sind sie nicht. Tipp: "Erst ein Klo suchen, dann was trinken gehen". Wir jedenfalls suchen "unsere" Toilette in der Nähe von Starbucks insgesamt 4 mal auf. Gehen wir lieber kein Risiko ein! Da wir nach "Al Kabab Al Afghani" einen guten Kaffee genießen möchten, bietet sich Starbucks ebenfalls an. Viel Kaffee für erschwingliches Geld, eine Zigarre und eine arabische Zeitung an einem sonnigen Plätzchen .....  was wollen wir mehr! Wir ernten so manchen erstaunten Blick, als wir uns in unsere Zeitungen vertiefen und ordnungsgemäß von rechts nach links lesen, eigentlich aber nur die Bilder anschauen. Aber die Szene macht sich sehr gut auf Foto und Video.

 

Wir freuen uns auf die geplante zweite Bootstour, eine Daufahrt rund um Marina und den gesamten Kanal entlang. Pünktlich finden wir uns wieder bei "Captain Jack" ein, zahlen unseren (günstigen) Obulus von 15 € pP und erwarten die nächste freie Dau.

 

Fast majestätisch gleitet eines dieser alten Holzboote heran und entlässt zunächst seine bisherigen Gäste wieder auf festen Boden. Es sind doch Etliche, die Dau ist voll. Wir müssen warten, bis Menschen verschiedener Nationalitäten über eine Treppe aussteigen, die den Höhenunterschied zwischen dem Daudeck und der schmalen Pier ausgleicht, und den Zugang freigeben. Endlich können wir an Bord und nehmen auf bequemen arabischen Sitzkissen Platz, in die man zunächst richtig einsinkt, sich dann aber zurechtkuscheln kann. Auch unsere Dau füllt sich, bald sind alle Plätze belegt und fast lautlos gleitet das Holzboot aus dem Hafen von Marina. 

 

Unsere Fahrt führt uns zunächst auf dem gleichen Weg wie zuvor mit dem Schnellboot, den Kanal Richtung Meer entlang. Wir können noch einmal den Cyan-Tower, dieses bautechnische Meisterwerk mit seiner um 90 Grad verdrehten Architektur und die Wolkenkratzer in seiner Umgebung bewundern. Diesmal vor fast blauem Himmel. Auch eine riesige graue Yacht, die "Silverstar", die wie eine Mischung aus Privatyacht und Kriegsschiff aussieht, sehen wir besser als auf der ersten Tour. Nachdem wir das Meer erreicht haben geht es nach einer gemütlichen Schleife nach links, Richtung Skyline von Dubai Marina. Die Sonne lässt das Wasser glitzern, Wasserskifahrer überholen uns und mit Teilen der Dau im Vordergrund ergeben sich schöne Videomotive. Da ich meinen Platz auf der rechten Bordseite gewählt habe, die Skyline aber links an uns vorbeizieht, muss ich die Seite wechseln, was sich aufgrund des tiefen arabischen Sitzkissens (und meiner altersbedingten Beweglichkeit) nicht so einfach ist. Nach einigen Anläufen und einem  "Hau-Ruck-Stoß" von Karin von hinten stehe ich, zunächst auf allen Vieren, bis ich die für Menschen normale aufrechte Haltung erreiche. Ich schaue mich vorsichtig um: Hoffentlich hat mich niemand fotografiert oder gefilmt.

 

Endlich auf der richtigen Seite genieße ich diesen fantastischen Ausblick. Die Dau fährt in einem günstigen Abstand zu Strand und den Hochhäusern von Marina, videotechnisch sehr von Nutzen. Die angenehm längere Fahrt entlang dieser Skyline ist wieder ein Highlight, das uns bewusst macht, warum es uns noch einmal hierher gezogen hat. Was würde ich dafür geben, wenn diese malerische Kulisse noch einen tiefblauen Hintergrund hätte, doch das Wetter ist ziemlich launisch bei diesem zweiten Aufenthalt in Dubai. Der Himmel ist manchmal stärker bedeckt und läßt der Sonne kaum Spielraum, sich durchzusetzen. Ce la vie ... nehmen wir es wie es ist! 

 

Irgendwann müssen wir uns vom Anblick der Skyline lösen, denn wir biegen in den künstlichen Wasserkanal ein, dessen Atmosphäre uns für 4 lange km erneut erfreut. Vorbei an am Ufer liegenden Daus und Yachten, prächtigen Bauten, kleinen Moscheen und entlang der Uferpromenade mit vielen flanierenden Menschen fährt unser Boot angenehm gemächlich Richtung Yachthafen und damit zur Endstation. Über eine Stunde durften wir unsere Seelen baumeln lassen ... wir sind glücklich.

 

Da wir diesen herrlichen Tag mit weiteren Erlebnissen bereichern wollen bringt uns diesmal die "Dubai-Tram", eine Ringstraßenbahn einige Stationen weiter zum Stopp "Palm Island Jumeirah". Wir genießen die gegenüber der Metro herrlich leere Bahn und freuen uns auf die Besichtigung der Palmeninsel mit ihrem berühmten Hotel Atlantis. Wir steigen in die "Monorail" um, eine kleine Hochbahn, welche die Insel längs durchquert und nur einen Haltepunkt hat: "Atlantis". Von der Monorail aus, die in einem entspannten Tempo dahin tuckert, haben wir wunderbare Ausblicke auf die links und rechts liegenden Grünanlagen, Villen und Parks. Die schon tief stehende Sonne taucht alles in ein fast goldenes Licht, wir erwarten einen tollen Sonnen-untergang am Meer beim Hotel Atlantis.

 

Nachdem die Monorail ihre Endstation erreicht hat suchen wir auf schnellstem Weg die Küste auf, um keine Motive dieser Abendstimmung zu verpassen. Es ist nicht weit. Am Seitenflügel des Hotel Atlantis vorbei, über die zweigeteilte Uferstraße und schon befinden wir uns auf der Uferpromenade. Hier locken alle 100 Meter mobile Säfte - und Snack Stationen die Spaziergänger mit netter Außenbestuhlung zum Verweilen ein. Wir nehmen die Einladung an und gönnen uns zwei herrlich frische und leckere "Coktails", einen "Pink Lady" mit Grapefruit und eine "Banane-Schoko" mit Zartbitter Schokolade-Stückchen. Der Sonnenuntergang läßt nicht mehr lange auf sich warten. Der Himmel bietet eine Mischung aus Sonne und Wolkenmix und macht das Naturevent spannend. Wieder einmal spürt unsere Seele, was das Leben so kostbar macht. Es sind diese Momente, in denen wir die Schönheiten der Schöpfung wahrnehmen dürfen. Ich bedauere Menschen, die dies nicht können, obwohl sie mental dazu in der Lage wären, aber das Gefühl dafür scheinbar verloren haben. Verloren im Stress des Alltags und in ihrer Prioritätenliste zumeist hinten angestellt. Schade!!!

 

Wir machen uns wieder auf den Heimweg. Entlang des Seitenflügels des Hotel Atlantik begehen wir durch den Hintereingang die kleine Hotel-Mall, die trotz ihrer (relativ) geringen Größe einen gewissen Charme nicht verbergen kann. Wir schlendern an den eher kleinen Shops entlang bis wir es gefunden haben ..... das Klo!  

Denn deshalb haben wir eigentlich der Mall einen Besuch abgestattet.

 

Die Rückfahrt mit der Monorail ist deshalb spektakulär und beeindruckend weil das in der Dunkelheit mystisch beleuchtete Hotel Atlantis langsam am Horizont verschwindet. Ein fantastischer Anblick und eines der schönsten Foto- und Videomotive. Die anschließende Fahrt mit der Dubai Tram zurück zum Umsteigepunkt mit der  Metro verläuft planmäßig und zuverlässig. Eigentlich wollen wir in dieser Gegend "German Bakers Kitchen" suchen, ein deutsches Paar, Silke und Sven, das sich hier niedergelassen hat und mit vielen deutschen Back- und Konditorprodukten großen Erfolg hat. Da es aber bereits dunkel ist und die Lagebeschreibung für die Bäckerei etwas unklar scheint, verzichten wir auf dieses sicherlich schöne Erlebnis .....  schweren Herzens. Statt dessen bringt uns die Metro sicher und diesmal gnädig gefüllt wieder zur Station "Al Baker". Nach einem kurzen Fußweg erwartet uns wieder das Hotel "Best Western Premier". Ein wunderschöner Tag liegt hinter uns, dessen Erinnerungen bestehen bleiben.

 

PS: In Germany sollen wir herausfinden, dass "German Bakers Kitchen" unmittelbar an der Metrostation "Internet City" liegt. Wir beißen uns zuhause in den Ar... !!!

 

23.02.2017 (Donnerstag, Reisetag 10)

Guten Morgen, Dubai! 😍🤓😎

Wetter: leicht bewölkt/sonnig, bis 23 Grad

 

Der heutige Tag soll ganz der Gegend am Dubai Creek gehören, in dessen Nähe wir ja unser Hotel gebucht haben. 

Meine Frau und ich wollen heute nicht wirklich früh aus dem Bett. Der lange und für "unser Alter" doch anstrengende gestrige Tag steckt uns noch etwas in den Gliedern. So entschließen wir uns, den Vormittag gemütlich anzugehen, stehen später auf, gönnen uns ein ausgiebig-gemütliches Frühstück und planen den Nachmittag und Abend am Dubai Creek. Da uns ja besonders die abendliche Atmosphäre reizt haben wir Zeit genug. 

 

Um 12:00 Uhr rufen wir uns ein Taxi und lassen uns in den Bereich der Souks, die am diesseitigen Ufer des Creek liegen, fahren. Das dauert nicht sehr lange und ist mit ca. 5,50 € mal wieder günstig. Da es schon Mittagszeit ist erleben wir das dortige Treiben bereits in vollem Gang. Es ist ein Gewusel von Touristen, Soukverkäufern, aber besonders von Zulieferern, die ihre zum Teil recht schweren Warenpakete entweder auf dem Rücken tragen oder in einfachen Handkarren transportieren. Hier spüren wir noch das einfache, das "ursprüngliche" Dubai, fernab von Luxus und Glimmer.

 

Als erstes nehmen wir uns Zeit für den Gewürzsouk, der wie in anderen Ländern auch, zB der Türkei, mit herrlich exotischen Düften und satten Farben zum kaufen verführt. Aber den Fehler, pfundweise Gewürze heimzutragen, die dann doch eher selten den Weg in unsere Pfanne und Topf finden, machen wir nicht mehr. Es ist zu schade und tut kulinarisch weh, diese Gewürze irgendwann entsorgen zu müsse, von der "unnötigen" Geldausgabe mal abgesehen. Also genießen wir einfach die Atmosphäre, lassen uns treiben und wimmeln ständig die fleißig zum Kauf animierenden Verkäufer ab. Da ich mit meiner Videokamera nicht unbedingt sichtbar Filmen möchte (ich hätte ein ungutes Gefühl dabei, manchen Menschen zu nah auf die Pelle zu rücken) lasse ich sie im gehen an der Hand einfach laufen. So gelingen unauffällige und zum Teil ganz passable Aufnahmen.

Den Goldsouk sparen wir uns. Den hatten wir letztes Jahr aufgesucht und konnten uns ehrlich gesagt an diesen mit Gold überladenen Schaufenstern nicht so recht erfreuen - ist nicht so unser Ding. Beeindruckend war aber ein Geschäft mit dem größten Goldring der Welt, ein "Mordsding" mit geschätzt 80 cm Durchmesser. Man sieht hier natürlich auch die goldenen Mitgift-Gehänge, die junge Mädchen tragen, wenn sie unter der Last nicht schon nach kurzer Zeit zusammenbrechen. Also, wer möchte und wem was daran liegt, der besucht diesen Souk, der aus vielen vielen Goldgeschäften besteht. Er liegt gegenüber des Gewürzsouk, gerade über die Straße. Wir wollen lieber die Atmosphäre am Dubai-Creek genießen.

Also schnappen wir uns das nächste Abra-Wassertaxi und setzen auf die andere Seite über. Diese Fahrt kostet umgerechnet 25 Cent und verläuft etwas schräg über den Creek, so dass man auch etwas länger die Atmosphäre der vielen kreuzenden Abras und Daus genießen kann. Die Endstation gegenüber der Souks ist in der Nähe eines kleinen Bistro-Restaurants, dass es sich aufzusuchen lohnt. Hier bekommt man guten Kaffee, Espresso, Cappuccino etc. Der Name ist: "Creekside Café. Die Preise sind noch Zivil, die Qualität wie gesagt sehr gut. Das Essen hier ist etwas teuerer, das kann man besser woanders einnehmen. Ganz wichtig: Hier gibt es eine Toilette!!!

 

Nach dieser Pause wollen wir unbedingt den Creek mal in der Längsrichtung befahren. Dazu bietet sich ein Sondertaxi an, das uns ein gutes Stück den Creek hinauf zum Stop "Banyas Station" bringt. Hier kann man aussteigen, muss man aber nicht, uns zieht es nicht "von Bord", da man hier anscheinend in einem eher unattraktiven Bankenviertel landet, zB auch mit der "NBD" (National Bank of Dubai).

Also verweilen wir ca. 15 Minuten im Boot, ehe es wieder zurück geht. Auf dieser Tour bietet sich uns doch so mancher Blick auf Daus, Fähren, sogar ein in Form eines Busses umgebautes Wassertaxi begegnet uns. Die ca. 40 Minuten für 6 Dirham/pP (1,50 €) lohnen sich. Die Tickets dafür kauft man an einer Ticketstation in der Nähe der Abra-Station im Voraus.

 

Wieder zurück interessiert uns das Viertel rund um die schon vom Wasser sichtbare Moschee. Hier leben/arbeiten anscheinend überwiegend Inder und die Zeit scheint zurückgedreht. Wir erleben Lastenträger, von Menschen gezogene große Handkarren mit schwerer Last. Hier sehen wir  endlich mal die Polizei von Dubai, allerdings nicht mit einem Ferrari, wie man es häufig im Fernsehen sieht, eher bescheiden in einem Toyota-Jeep. Zu filmen traue ich mich nicht so recht - man weiß ja nie!? Der Spaziergang durch die bunten Gassen mit vielen kleineren Shops ist reizvoll und lohnt sich, wenn man auch bald durch ist.

Die kleine Tour führt uns weiter zu "Al Bastakya", dem Viertel mit dem (lohnenswerten) Dubai Museum. Hier waren wir 2016 schon mal und das erweist sich als besonders gut, da wir nämlich dringend aufs Klo müssen und das ist, wie schon mehrfach erwähnt, in Dubai gar nicht so einfach. Der Eintritt in das Dubai-Museum kostet umgerechnet 75 Cent, WC inclusive, na also, Erfahrung zahlt sich aus. Einmal drin schauen wir uns das wirklich interessante Museum noch mal in Ruhe an, denn mit der Gruppe 2016 war doch die Zeit eher knapp. Man erfährt hier schon viel über die Historie der V.A.E. und die Darstellungen sind liebevoll gestaltet. Wenn man sich überlegt, dass es erst einige Jahrzehnte her ist, dass die Bewohner von Dubai und Abu Dhabi noch in der Wüste als Nomaden gelebt haben und erst mit den Ölfunden 1971 der rasante Aufschwung kam, dann kann einem bei dieser Entwicklung schon ein wenig schwindlig werden. Wir genießen die nochmalige Zeitreise und können das Museum nur empfehlen.

 

Gemütlich starten wir gegen 17.30 Uhr den Rückweg zu unserem inzwischen lieb gewonnenen „Creekside Café“. Her wollen wir den Abend bzw. die Dunkelheit abwarten, um die sicher einmalige Atmosphäre am Creek zu erleben; das stellen wir uns als ein Event vor, dass sicher herrliche Emotionen in uns auslösen wird (wir sollen richtig gedacht haben!!!). Das Flair am Creek nimmt mit zunehmender Nacht und den vielen Lichtern um und auf dem Creek, die vielen beleuchteten Abras und Daus mit fast jeder Minute zu und es ist ein wirklicher Genuss, hier noch einige Zeit zu verweilen. Die Moschee ist nun in ein mystisches Licht getaucht und wirkt ihrer Bedeutung entsprechend viel dominanter und eindrucksvoller als am Tag. Ich komme gar nicht so recht hinterher, mir die wirkungsvollsten Foto- und Videomotive auszusuchen, so sehr zieht mich die Atmosphäre in ihren Bann. Leider müssen wir uns irgendwann lösen und an den Heimweg denken - was gar nicht so leicht ist. Aber uns erwartet ja noch die Abra-Taxifahrt über den Creek bei dieser mystischen Atmosphäre. Entlang der am Ufer liegenden Daus mit ihren vielen Lichtern, den uns begegnenden anderen Booten, die manchmal gar nicht so gut beleuchtet sind (spannend, wie die trotzdem ihren Weg finden) und der nächtlichen Skyline des alten Dubai landen wir irgendwann sicher am anderen Ufer und wieder in der Nähe der Souks, deren Flair ebenfalls mit der Dunkelheit deutlich zugenommen hat. 

 

Die Suche nach einem Taxi für die Heimfahrt zu unserem Hotel, dem „Best Western Premier“, gestaltet sich wider Erwarten als sehr schwierig. Der erste Taxifahrer steht mit seinem Gefährt in der falschen Richtung und ist anscheinend zu faul, zu dehen, als er hört, dass ihm die Fahrt wohl nicht den erwünschten Preis bringen wird. Also wechseln wir auf die andere Seite, auf der bereits ein weiteres Taxi auf Kundschaft wartet. Die gleiche Frage nach dem Fahrtziel, der gleiche ablehnende Blick - was ist denn los : Sind umgerechnet 8,50 € denn kein Geld??? Wir warten auf ein nächstes Taxi und mit uns eine junge Inder-Familie mit einem kleinen Kind. Nach fast 20 Minuten kommt ein Taxi in unsere Haltebucht gefahren, der Driver kurbelt das Fenster herunter und wir erklären ihm fairerweise, dass die indische Familie Vorrang hat. So schnell, wie der dann mit quietschenden Reifen auf und davon ist können wir gar nicht gucken und staunen!!! Inder als Fahrgäste sind hier anscheinend nicht beliebt - auch diese Erfahrung müssen wir erst mal machen. Wir bereuen trotzdem nichts, denn wir haben ein gutes Gefühl dabei. 

 

Da es uns jetzt mächtig stinkt und wir die Dubai`schen Taxi-Driver nicht mehr sympathisch finden entschließen wir uns, zur nächsten Metr,ostation zu laufen, 2 Km, das schaffen wir. Der Spaziergang entlang des Creek erweist sich als gute Entscheidung. Vorbei an den Lastendaus, die gerade beladen werden und magisch beleuchtet sind erleben wir eine zusätzliche Bereicherung unseres Urlaubs hier, Foto- und Videomotive inclusive. So geht die Zeit für die 2 Km zwar langsamer um, aber wir genießen diesen unerwarteten Abschluss eines wunderschönen Tages am Dubai Creek. Die Metro bringt uns schließlich angenehm, weil leer und sicher zur Haltestelle „Al Baker“ und damit zu unserem Hotel. Müde fallen wir ins Bett und warten auf angenehme Träume.

 

 

24.02.2017 (Freitag, Reisetag 11 und unser letzter)

Guten Morgen, Dubai! 😍🤓😎

Wetter: leicht bewölkt/schwülwarm, 23 - 28 Grad

Da wir bis zum auschecken um 12:00 Uhr jede Menge Zeit haben - bloß keinen Stress - schlafen wir etwas länger und frühstücken gemütlich (fast ohne Japaner, ein Wunder). Während Karin schon mal beginnt ihren Koffer zu packen, wir machen das immer getrennt, da es viel entspannter ist, gönne ich mir im Freien noch eine letzte Chiba in Dubai und beobachte noch ein letztes mal die Geschäftigkeit und das bunte Treiben an der großen Kreuzung vor unserem Hotel. Endlich ist es auch für mich Zeit, ans packen zu denken - aber Männer sind ja darin etwas unkomplizierter und schneller. Pünktlich um 11.45 Uhr stehen wir an der Rezeption um unseren Check-Out vorzunehmen. Das geht schnell und reibungslos, wir versprechen wieder zu kommen: „Have a good Time and a nice Life“ - Abschied vom Best Western Premier, an dem mir das reichhaltige und wirklich gute Frühstücksbuffet am besten gefallen hat. Probiert aus, wenn Ihr mal dort seid, ein Fehler und eine Enttäuschung ist es keinesfalls.

 

Wir nehmen in der Lobby Platz, abseits der Lobby-Cafe-Dame, die schon wieder herumschleicht und ihren teuren Kaffee und Kuchen versucht an Mann und Frau zu bringen.

12:15 Uhr, Tina & Wael sind da. Wir verstauen unser Gepäck und los geht die Fahrt zu unserem Highlight, einem „Freitags-Brunch“ im „Al Dakar“, dem Revolver-Restaurant des 5 ***** Luxushotel „Hyatt Regency“. Das habe ich per Internet und Telefon (mein Englisch wurde immer besser) gebucht. Ein Tisch für 4 Personen in einem Restaurant, das sich um 360Grad dreht, in 1 1/4 Stunden. Hier lässt man die Highlights von Dubai im 25. Stock an sich vorbei ziehen und hat wundervolle Ausblicke auf die gesamte Stadt. Leider etwas im Dunst, so dass der Fernblick getrübt ist, aber wir sehen 2 AIDAs im Hafen, Burj Khalifa mit einer durchaus interessanten Stimmung. Ich sage zu Wael: „Wenn Du es schaffst, dass Allah einen Lichtstrahl aus dem dunstigen Himmel auf den Burj Khalifa zu werfen konvertiere ich“ . Wael und vielleicht auch Allah strengen sich an, aber es wird - Gott sei Dank - nichts draus. So nebenbei genießen wir noch einen der besten Brunches (sagt man so?), die ich je erlebt habe. Die Auswahl und die Qualität sind beeindruckend. Allein an den Vorspeisen könnte man sich satt gucken und natürlich essen, von den Möglichkeiten bei den Hauptgängen bis zum großen Dessert-Buffet mal abgesehen. Exotische Köstlichkeiten und arabische Spezialitäten verwöhnen unsere Gaumen und sorgen durch erhöhten Speichelfluß - das Wasser läuft uns im Mund zusammen - für eine gutes Vorverdauen. Ich bitte um Nachsicht für diese biologisch-chemische Umschreibung. 

 

Wir verbringen insgesamt 3 Stunden im „Al Dawaar“, sprich: 2  Umdrehungen, 5 Stunden von 11.00 bis 16.00 Uhr wären möglich!!! Zum Schluß bitte ich noch die Köche, sich für eine Video-Szene vor dem tollen Buffet-Hintergund aufzustellen, was sie gerne tun, bin ich doch voll des Lobes. Man muss nur fragen. Unsere Augen und unsere Mägen sind gesättigt und können nicht mehr - wir gehen in den Alltag zurück, sprich: Wir verlassen das Hyatt-Regency und treten die Fahrt nach Abu Dhabi an. Natürlich nicht ohne, dass unser Auto, Pardon: „Waels“ Auto von einem Chauffeur aus der Tiefgarage des Hotels gefahren wird. Mit den Highlights von Dubai, dem Burj Khalifa, dem Burj al Arab und den vielen anderen atemberaubenden Gebäuden ziehen noch einmal die schönen Erinnerungen an uns vorbei, die uns die 5 Tage hier in dieser Weltmetropole begleitet haben. Träumen am helllichten Tag und wir sind auf einmal gar nicht mehr so sicher, dass es wirklich das letzte Mal war … !!??

 

Dann erwartet uns wieder die City von Abu Dhabi, dem Noch-Zuhause von Tina & Wael. Hier verbringen wir die letzten Stunden, relaxen/schlafen etwas, ehe uns die beiden dann um 22:00 Uhr zum Flughafen fahren. Sie bestehen darauf, uns bis zum Check-In zu begleiten - wahrscheinlich wollen sie sicher sein, dass wir wirklich fliegen und sie uns los sind (Scherzle g`macht). Es wird ein schneller , weil sonst wehmütiger Abschied und wir sind mit unserem Gepäck alleine. In einem kleinen Flughafen-Bistro warten wir auf die Zeit zum Gate-In, der letzten Station vor unserem Abflug nach Frankfurt, Germany.

 

25.02.2017, Rückflug 02:15 Uhr

Mit 30 minütiger Verspätung starten wir weil die Fracht noch fehlt und uns einige Regenschauer am Boden festhaltn. 02:48 Uhr: Endlich rollt der Flieger in seine Startposition und wir heben ab. Gleich erwischen uns einige Turbulenzen, aber der weitere Flug ist unspektakulär und wir sollen gegen 06.45 Uhr wieder in Deutschland sein. Check-Out und Sicherheitskontrollen machen keine Probleme. Auch unser Auto finden wir wieder. Auf gehts in rasanter Fahrt (habe ich mir bei Wael abgeguckt) von Frankfurt nach Leopoldshafen ohne Stop. Ich fühle mich irgendwie wie auf dem Hockenheimring.

Um 09:50 Uhr sind wir zuhause, der deutsche Bäcker wartet und wir genießen unser deutsches Frühstück. Dahoam is dahoam!

 

Eine wunderbare Zeit liegt hinter uns, Erinnerungen, die uns keiner nehmen kann und …. Gedanklich sind wir schon beim …. Nächsten Mal??? Ich freue mich auf Foto- und Videomaterial und die Filmbearbeitung, die mir/uns diese fantastischen Tage noch einmal sehr nahe bringen wird.

 

Gerd K. Diesing